Medwedew eröffnete Weltwirtschaftsforum: Schweigeminute für Opfer von Moskau

2.500 Führungspersonen aus Politik und Wirtschaft Österreich präsentiert sich als Drehscheibe

Medwedew eröffnete Weltwirtschaftsforum: Schweigeminute für Opfer von Moskau © Bild: Reuters/Kessler

Der russische Staatspräsident Medwedew hat das 41. Weltwirtschaftsforum in Davos eröffnet. Zu Beginn seiner Rede wurde mit einer Schweigeminute im Kongresszentrum des Wintersportortes der Opfer des jüngsten Terroranschlags in Moskau gedacht. Bis Sonntag diskutieren ca. 2.500 Führungspersönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft die dramatischen Veränderungen in der Weltwirtschaft.

Medwedew machte deutlich, dass Russland ungeachtet der jüngsten Terroranschläge ein Land sei, in dem sich Investitionen lohnen. In seiner Rede nannte Medwedew den Sturz des tunesischen Staatschefs Ben Ali eine "Lektion" für alle Regierungen. Er hoffe allerdings, dass sich die Situation in Tunesien wieder stabilisiere und die Unruhen sich nicht auf die anderen Länder der arabischen Welt ausbreiteten. Grundsätzlich sprach sich Medwedew für die völlige Freiheit des Internets und für einen größeren Einfluss der Schwellenländer, etwa bei internationalen Beratungen über Finanzsysteme, aus.

Österreichische Delegation in Davos
Österreich wird sich beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos als Drehscheibe zwischen Europa und Zentralasien präsentieren. Den Rahmen bietet heute ein Österreich-OECD-Luncheon, zu dem Bundeskanzler Faymann, Vizekanzler und Finanzminister Pröll und Außenminister Spindelegger in den Schweizer Skiort reisen.

Warnung vor blinder Euphorie
Das Treffen in Davos, das unter dem Motto "Gemeinsame Normen für eine neue Realität" steht, findet unter dem Eindruck der nahezu überwundenen schweren Finanzkrise und einer optimistischen Grundstimmung in vielen Teilen der Welt statt. Doch haben schon zu Beginn der Debatten Wirtschaftsführer und Ökonomen vor blinder Euphorie gewarnt. Es bestünden weiterhin große Risiken, auch in den Schwellenländern wie etwa China. Der US-Milliardär George Soros hält mit Blick auf die aktuelle Eurokrise eine Spaltung Europas für möglich. Es bestehe die Gefahr, dass der Euro die reicheren Staaten in der EU von den ärmeren abgekoppelt.

(apa/red)