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Medizinstudent als mutmaßliches IS-Mitglied in München vor Gericht

30-jähriger Syrer soll Anschlag auf Synagoge in Berlin geplant haben

In Deutschland steht seit Dienstag ein mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor Gericht. Der 30 Jahre alte Medizinstudent syrischer Abstammung soll einen Anschlag auf eine Synagoge in Berlin geplant und den Sohn seiner Partnerin misshandelt haben, um ihn zum Kindersoldaten zu drillen.

Die Anklage hält ihn für ein Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Er steht vor dem Oberlandesgericht in München.

Laut Anklageschrift hat der 30-Jährige dem Buben Videos vorgeführt, "die zeigten, wie andere Kinder für den IS kämpften, auf andere Menschen schossen und selbst erschossen wurden". Ziel sei es gewesen, den Siebenjährigen für das Gedankengut des IS empfänglich zu machen und als Kämpfer zu gewinnen. Dazu soll er dem Kind mit einem Holzstock auf den Bauch geschlagen haben. Er habe "unter völliger Missachtung der ihm überlassenen Fürsorge aus einer rohen und gefühllosen Gesinnung heraus" gehandelt, sagte der Staatsanwalt.

Um einen Anschlag auf eine Synagoge in Berlin vorzubereiten, soll sich der Angeklagte zudem die Anleitung zum Bau einer Bombe aus dem Internet heruntergeladen haben. Auch habe er mehrere Bekannte zu Selbstmordanschlägen für den IS aufgefordert - er habe Taten mit "möglichst vielen Opfern unter den aus seiner Sicht Ungläubigen" gewollt, erklärte der Staatsanwalt.

Der Mann äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen, kündigte aber an, er werde sich selbst "aktiv verteidigen". Der Mann muss sich wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorgruppe, Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, gefährlicher Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen verantworten. Er kam 2012 mit einem Visum nach Deutschland.

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