Mediziner-Auswahl kostet die Unis 1 Mio.:
Aufnahmetests bringen großen Aufwand

In Wien fielen rund 200 zusätzliche Überstunden an Ungenaue Angaben über Kosten von Studienplätzen

Die Auswahl der Studenten an den drei Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck sowie der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW) mit Hilfe von Aufnahmetests und -verfahren kostet im Jahr rund eine Million Euro. Dies geht aus einem Bericht des Rechnungshofs (RH) über die Hochschulzugangsregelungen an den vier Unis mit medizinischen Studienrichtungen hervor.

Die Medizinische Universität Wien (MUW) beziffert die Kosten für das gemeinsam mit der Medizin-Uni Innsbruck (MUI) durchgeführte Aufnahmeverfahren im Wintersemester 2006/07 mit rund 300.000 Euro, die MUI mit rund 250.000 Euro. Weiters fielen in Wien etwa 200 zusätzliche Überstunden an, in Innsbruck wurden temporäre Aushilfskräfte eingesetzt, was 15.000 Euro kostete. Die Medizin-Uni Graz, die ein eigenes Aufnahmeverfahren entwickelt hat, beziffert den Aufwand mit rund 300.000 bis 310.000 Euro. Die VUW schätzt ihre Verfahrenskosten mit rund 141.000 Euro ein.

Während die Unis über diese Aufwendungen relativ genau Bescheid zu wissen scheinen, konnte nur die Veterinärmedizinische Uni die Kosten eines Studienplatzes pro Studienjahr beziffern, die drei Medizin- Unis dagegen nicht. Der RH empfiehlt daher den Unis, ihr Rechnungswesen zur Ermittlung der Studienplatzkosten zu verbessern.

Der RH empfiehlt den Unis weiters, "über die von Zulassungsverfahren betroffenen Studienangebote und die diesbezüglichen Anforderungen verstärkt zu informieren" sowie "Auswahlkriterien und -prozesse ausreichend zu kommunizieren". Zudem moniert der RH, dass bei den Zulassungsverfahren das Allgemeine Verwaltungsverfahrensgesetz (AVG) anzuwenden wäre. Dies sei von der MUI und der VUW für Teile des Auswahlprozesses im Wintersemester 2005/06 nicht eingehalten worden.

(apa/red)