Medikamente aus China machen krank: Leukämie-Präparate mit Nebenwirkungen

Kinder bekamen Schmerzen und konnten nicht gehen Pharmaunternehmen müssen Mittel zurückrufen

Nach den Rückrufaktionen für Spielzeug und andere Produkte aus China in den vergangenen Wochen hat das Land zwei Leukämie-Medikamente vom Markt genommen. Mehrere Kinder hätten nach der Einnahme der Nachahmer-Präparate an Nebenwirkungen gelitten, meldeten chinesische Medien. Daraufhin seien "die meisten" der Mittel des Shanghaier Unternehmens Hualian Pharmaceutical zurückgerufen worden.

Die Regierung in Peking stoppte dem Bericht zufolge bereits Anfang September Produktion und Verkauf der Mittel. Eines der Präparate sei Anfang Juli in drei chinesischen Krankenhäusern Kindern verabreicht worden. Diese hätten danach über Schmerzen in den Beinen geklagt und Schwierigkeiten beim Gehen gehabt, hieß es weiter. Eine anschließende Untersuchung habe ergeben, dass mehrere Chargen der Medikamente bei der Herstellung verschmutzt worden seien. Aus dem Bericht ging nicht hervor, wie weit die Mittel verbreitet waren und ob sie exportiert wurden.

China ist in den vergangenen Monaten zunehmend wegen Problemen bei der Produktsicherheit in die internationale Kritik geraten. So mussten hunderttausende Spielwaren wegen erhöhter Bleiwerte zurückgerufen werden. Exportskandale gab es in jüngster Zeit zudem bei chinesischer Zahnpasta, Tierfutter, Reifen und Meeresfrüchten sowie mit tödlichen Chemikalien, die in Hustenmittel gelangt waren. Die Europäische Union drohte dem Land zuletzt wegen Gesundheitsgefahren mit einem Einfuhrverbot für bestimmte Güter.
(apa/red)