Medaillenregen bei Universiade: Diskus-Ass Mayer holt zweites Gold für Österreich

Schwimmerin Steinegger erobert Bronze über 400m Platz vier: Jukic verpasst Edelmetall über 200m Brust

Medaillenregen bei Universiade: Diskus-Ass Mayer holt zweites Gold für Österreich

Das österreichische Team bei der Sommer-Universiade in Bangkok hält nach drei Wettkampftagen bei bereits drei Medaillen. Nach der Gold-Medaille von Schwimm-Ass Markus Rogan über 200 m Rücken holte auch Leichtathlet Gerhard Mayer mit dem Diskus den Titel. Zudem wurde Schwimmerin Jördis Steinegger über 400 m Kraul überraschend Dritte. Mirna Jukic belegte im Endlauf über 200 m Brust Platz vier.

Mayer hatte sich seinen Gold-Wurf für ganz zum Schluss aufgehoben, als Vierter des Vorkampfes war er in das Finale gekommen. "In der Qualifikation lief es noch nicht so gut und auch bei den ersten drei Final-Versuchen", erklärte Mayer. "Anfangs war ich etwas verkrampft, dann bin ich aber besser hinein gekommen." Mit seinem letzten Versuch übertraf der 27-Jährige seine Top-Weite um mehr als einen Meter auf 61,55 m und verwies den Ägypter Omar El Ghaizaly auf Rang zwei (60,61). Für den ÖLV war es der erste Sieg bei einer Universiade seit 14 Jahren, als Michael Buchleitner im Hindernislauf zuschlug.

"Dass der Sieg möglich ist, daran hätte ich nicht gedacht. Es ist ein Wahnsinn, welche Konkurrenten ich geschlagen habe. Das ist ganz klar mein größter Erfolg bisher", sagte der Franzensdorfer Mayer. Das Limit für die Weltmeisterschaften in Osaka verpasste er allerdings um fast einen Meter - es liegt bei 62,50 - , die Enttäuschung hielt sich aber in Grenzen. "Der Universiade-Sieg ist eine Riesenfreude, ich habe noch viele Chancen vor mir." Trainer Gregor Högler, ÖLV-Rekordler im Speerwurf, war ebenfalls hoch erfreut: "Schade wegen der WM, weil er gerade wieder gut in Form gekommen, ist, aber dann eben nächstes Jahr."

Die OSV-Schwimmer sorgten in Thailand für schon fünf nationale Rekorde, zweimal durch Steinegger. Im 400-m-Kraul-Vorlauf hatte die 24-Jährige in 4:12,59 Minuten die mehr als drei Jahre alte OSV-Bestleistung von Petra Zahrl um gleich 3,12 Sekunden unterboten, im Endlauf zwackte sie noch einmal 71/100 auf 4:11,88 ab. "Jördis hat sich zu diesem dritten Platz durchgebissen, sie ist ein Kampfschwein", jubelte Trainer Helge Gödecke nach dem Rennen.

Steinegger holte bei dieser im Vorfeld von Olympia in Peking sehr stark besetzten Universiade ihre überhaupt erste internationale Medaille, nur die italienische WM-Dritte Federica Pellegrini in 4:06,11 und die Französin Coralie Balmy in 4:10,08 waren schneller. Steinegger stieß erst auf den letzten 100 Metern auf Rang drei vor und sicherte diesen um drei Zehntel vor der stark aufkommenden Weißrussin Daria Beljakina ab.

Für Mirna Jukic blieb auf ihrer Spezial-Strecke etwas unerwartet "nur Blech", allerdings in der hervorragenden Zeit von 2:25,99 Minuten. Die Südkoreanerin Jung Seul Ki mit dem Universiade-Rekord von 2:24,67, die Japanerin Rie Kaneto in 2:25,63 und die Kanadierin Annamay Pierse in 2:25,73 waren schneller. Jukic war zur Hälfte des Rennens in Front gelegen, verlor Rang drei erst auf den letzten 50 Metern. "Platz vier ist sicher undankbar, aber es ist super, dass ich wieder unter 2:26 geschwommen bin. So habe ich nicht verloren, sondern gewonnen. Das Niveau war hier sehr hoch, das hab ich mir nicht gedacht. Außerdem war ich jetzt fünf bis sechs Tage nach der Anreise in einem kleinen Tief."

Auch Bruder Dinko Jukic war über 200 m Lagen in das Finale eingezogen, belegte da in 2:02,20 Minuten Rang sieben. Über 200 m Delfin war er Neunter gewesen. In den Vorläufen hatte sich Markus Rogan in 26,12 den nationalen Rekord über 50 m Rücken von Oliver Schmich zurückgeholt. Er wurde damit Zwölfter, verzichtete auf das Antreten im B-Finale. Über 100 m Kraul blieb Rogan in 50,73 als 20. 35/100 über dem OSV-Rekord von Dominik Koll.

(apa)