Medaillenhamsterer Raich: Benni geht bei
der WM wieder auf die Jagd nach Edelmetall

Greift im Super-G bereits nach seiner 13. Medaille Tiroler vor erstem Rennen: "Habe meine Chance"

Medaillenhamsterer Raich: Benni geht bei
der WM wieder auf die Jagd nach Edelmetall © Bild: Reuters

Würde sich Benjamin Raich alle seine bei Olympischen Winterspielen und Ski-Weltmeisterschaften gewonnenen Medaillen umhängen, dann hätte er schwer zu tragen. Der Tiroler hat bisher bei Großereignissen nicht weniger als fünf Goldene, vier Silberne und drei Bronzene gewonnen. Ab Mittwoch, wenn in Val d'Isere der WM-Super-G auf dem Programm steht, ist der 30-Jährige wieder in seinem Element, der Medaillenhamster geht wieder auf Medaillenjagd.

Hinter der Nominierung des vierten ÖSV-Super-G-Teilnehmers neben Hermann Maier, Klaus Kröll und Michael Walchhofer war ein Fragezeichen gestanden. Dass die Wahl auf ihn fiel, erfuhr Raich erst am Sonntag im Anschluss an den Slalom in Garmisch-Partenkirchen. So wie die Trainer - die Führungsriege Hans Pum, Toni Giger, Jürgen Kriechbaum und Andreas Evers sprach sich einstimmig für Raich aus -, glaubt natürlich auch Raich an seine Medaillenchance im Super-G.

"Habe meine Chance"
"Die Favoriten sind andere wie etwa Maier, Miller, Svindal. Aber ich habe meine Chance. Ich möchte frei im Kopf sein und mein Können umsetzen. Das mir die Strecke liegt, habe ich schon gezeigt", meinte Raich, der am 12. Dezember 2008 den Grundstein zu seinem Sieg in der Super-Kombi von Val d'Isere mit Rang vier im Super-G gelegt hatte.

Trotz des engen Terminplans im Weltcup stellte sich bei Raich in den Tagen vor dem Super-G langsam aber sicher die WM-Stimmung ein. "Die WM hat begonnen, und darauf habe ich mich schon sehr, sehr lange gefreut. Ich freue mich darauf, wieder diesen bestimmten Nervenkitzel zu erleben. Schön langsam kommt dieses Gefühl, dass etwas Großes ansteht", erklärte der Pitztaler, der alleine bei der WM 2005 in Bormio zweimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze geholt hatte. Damals war Raich im Super-G überraschend Dritter gewesen.

"Diese Probleme sind Vergangenheit"
Dass es in den vergangenen Wochen vor allem im Slalom nicht nach Wunsch gelaufen ist (u.a. Ausfall in Kitzbühel und Schladming), hat Raich abgehackt. "Diese Probleme sind Vergangenheit, jetzt zählt die Zukunft. Bei mir ist es anscheinend nicht erlaubt, dreimal nicht so gut zu fahren. Ich nehme mir dieses Recht aber schon heraus."

Nach der Super-G startet Raich in Val d'Isere mit Sicherheit auch in Super-Kombi, Riesentorlauf, Slalom und Teambewerb. Selbst ein Start in der Abfahrt dürfte aufgrund der sehr eigenwilligen Streckencharakteristik nicht gänzlich ausgeschlossen sein. Die größten Chancen auf Gold gibt sich Raich im Riesentorlauf. "Weil ich da in dieser Saison die besten und konstantesten Leistungen gezeigt habe."

(apa/red)