McLarens Euphorie ist enden wollend:
Keine gravierende Verbesserung der Autos

"Nicht den Eindruck, dass wir dramatisch weiter sind" Auch BMW ist gegen die 45-Millionen-Budget-Grenze

McLarens Euphorie ist enden wollend:
Keine gravierende Verbesserung der Autos © Bild: Reuters/Firouz

McLaren und Weltmeister Lewis Hamilton zeigen sich vor dem Europa-Auftakt der Formel-1-WM zurückhaltend. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug rechnet nicht mit einer gravierenden Verbesserung der Silberpfeile. "Ich habe nicht den Eindruck, dass wir dramatisch weiter sind. Dass wir uns schwertun werden, ist keine Tiefstapelei", befand Haug vor dem Grand Prix von Spanien in Montmelo bei Barcelona.

Hamilton liegt derzeit nach vier Rennen mit neun Punkten nur auf Rang sieben der WM, Teamkollege Heikki Kovalainen hat überhaupt erst vier Zähler gesammelt. Bei den Testfahrten auf dem Circuit de Catalunya vor dem WM-Auftakt waren sowohl der britische Weltmeister als auch sein finnischer Kollege der Konkurrenz deutlich hinterher gefahren. Das hat auch Hamilton nicht vergessen, dennoch zeigte sich der jüngste Weltmeister aller Zeiten vorsichtig optimistisch.

Rückkehr nach Europa
"Die Rückkehr nach Europa fühlt sich wie ein frischer Start an. Trotz des positiven Bahrain-Resultats (Hamilton wurde Vierter, Anm.) wissen wir, dass die Streckencharakteristik von Barcelona unserem Auto eigentlich nicht so gut liegt. Zudem haben wir für Barcelona nicht so viele Neuentwicklungen wie vielleicht einige andere Teams. Es wird interessant, wo wie in der Hackordnung zu finden sein werden", so Hamilton, der sich vor allem vom neu entwickelten Diffusor einiges erwartet. "Wir haben jetzt noch zu wenig Abtrieb", sagte jedoch Haug zum weiterhin bestehenden aerodynamischen Hauptproblem.

BMW stärkt Ferrari den Rücken
Beim deutschen Rivalen BMW hat Motorsportdirektor Mario Theissen Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo im Streit um die Budgetobergrenze mit dem Automobil-Weltverband FIA den Rücken gestärkt. "Wir müssen und wir werden klar machen, dass Ferrari für die Teamvereinigung (FOTA) spricht", kündigte Theissen vor der Sitzung der FOTA an. Ziel sei es, sich abzustimmen und zu sagen, "das ist unsere Meinung und unsere Linie".

Ebenso wie Montezemolo, der auch Vorsitzender der FOTA ist, fürchtet Theissen ein WM-Rennen unter verschiedenen Bedingungen, sollte der jüngste FIA-Beschluss tatsächlich 2010 angewendet werden. Demzufolge sollen Teams, die sich an das Ausgabenlimit von umgerechnet rund 45 Millionen Euro halten, technisch nicht unbedeutend begünstigt werden. "Wir sehen das kritisch, vor allen Dingen, weil es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Formel 1 bedeuten wird", meinte Theissen zu den FIA-Plänen, die vom Präsidenten Max Mosley mit Nachdruck verfolgt werden, um trotz weltweiter Wirtschaftskrise neue Teams in die Königsklasse zu locken und die derzeitigen zu halten.
(apa/red)