Fastfood von

McDonald's Burger ohne Schleim

"Pink Slime" ist Geschichte: Doch kann dieses Video Kritiker verstummen lassen?

McDonald's Burger © Bild: imago/Sven Simon

Mit Jamie Olivers' Schocker-Video über "pinken Schleim " im McDonald's Essen geriet die umsatzstärkste Fastfoodkette in Kritik. Zwei Jahre später präsentiert der Burgerfabrikant ein Video, das zeigen soll, dass das verwendete Fleisch zu 100 Prozent aus qualitativem Rindfleisch besteht und somit zweifelsfrei "echt" ist. Doch die eine oder andere Frage bleibt für Kritiker noch offen.

Für seinen Aufklärungsfilm hat McDonald's den in Amerika beliebten Dokumentaraufklärer Grant Imahara (bekannt aus der Serie "MythBusters") an Bord geholt. Dieser betont, seit 15 Jahren keinen "Mäcci"-Burger mehr gegessen zu haben und nun den offenen Fragen der Kunden zur Herstellung des Fleisches auf den Grund zu gehen.

So werden McDonalds Burger gemacht
© YouTube Imahara: "Das ist ja ein ganz schöner Brocken. Kann ich den mit nach Hause nehmen?"

Dabei nimmt sich Imahara kein Blatt vor den Mund und fragt die Vertreter des McDonald's-Fleischliferanten Cargill scherzhaft: "Sind denn nun Lippen und Augäpfel in den Burgern enthalten?" Und: "An welchem Punkt initiieren sie den "pinken Schleim"?

Jamie Oliver deckte auf

Hinter den scherzhaften Fragen Imaharas steckt jedoch eine bittere Wahrheit: Der sogenannte "pinke Schleim" wurde tatsächlich jahrelang - und zwar bis 2011 - bei der Herstellung der Burger verwendet. Es war Jamie Oliver, der diesen Begriff prägte und publik machte. In seiner Sendung "Jamie Oliver’s Food Revolution" zeigte der TV-Koch auf sehr anschauliche und abschreckende Weise, was sich dahinter verbirgt.

Hundefutterqualität: Das ist pinker Schleim

Der so genannte "pinke Schleim" besteht aus "gepimptem" minderwertigem Rindfleisch, das es eigentlich nur noch für Tiermägen verdaulich ist und zum Beispiel für Hunde- und Hühnerfutter verwendet wird. Das teilweise mit Salmonellen und Bakterien verseuchte Fleisch wird mit einem Mittel namens Ammoniumhydroxid "gewaschen" und somit wieder für Menschen genießbar gemacht.

Schockierend: Diese Methode ist in den USA nicht verboten, sondern offiziell erlaubt. Das Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten (USDA) erlaubt die Verwendung von Ammoniumhydroxid in Fleischprodukten und stuft den Stoff als ungefährlich ein. In den meisten europäischen Ländern ist Separatorenfleisch seit dem BSE-Skandal in Lebensmitteln verboten, in Österreich gilt das seit 2001.

100% Rindfleisch seit 2011

McDonald’s Qualitätsmanager Todd Bacon hatte bereits vor Olivers Sendung Anfang 2011 bekanntgegeben, das umstrittene Produktionsverfahren einzustellen. Doch in der Vorstellung vieler Kunden ist der pinke Schleim hartnäckig picken geblieben. Ein Grund mehr für McDonald's, ein Aufklärungsvideo zu produzieren. Hier wird die einfache Herstellung der Laibchen demonstriert und mehrfach betont, 100 Prozent Rindfleisch zu verwenden.

So werden McDonalds Burger gemacht
© YouTube
So werden McDonalds Burger gemacht
© YouTube

Kritik noch immer vorhanden

Doch auch nach dem Promovideo sind die kritischen Stimmen nicht vollends verstummt. Naomi Starkman von der Nachrichtenseite Civil Eats schreibt, dass McDonalds's in seinem Video zwar einige Fragen zu seinen Produkten beantwortet. Aber es gäbe zum Beispiel noch keine Statements zur Verwendung von Antibiotika und darüber, ob die verwendeten Eier aus Boden- oder Freilandhaltung stammen. Darüber, dass die Rinder mit Hormonen gefüttert werden, mache die Firma keinen Hehl: "Die meisten unserer Rinder, von denen wir unser Fleisch bekommen, wurden mit Hormonen behandelt, was eine gängige Methode der Züchter ist, um mehr Fleisch zu erhalten."

So werden McDonalds Burger gemacht
© YouTube

Und auch in Europa wird Genfutter verwendet: Im Jahr 2014 beendete McDonald’s europaweit seine Selbstverpflichtung, bei der Hühnermast auf gentechnisch veränderte Futtermittel zu verzichten. Berechnungen von Greenpeace zufolge würde sich ein Chickenburger um weniger als einen Cent verteuern, wenn das Unternehmen weiterhin auf gentechnisch veränderte Futtermittel verzichten würde.

Weiterführende Links:
McDonald's Webisodes
Kritik von Naomi Starkman auf Civil Eats

Kommentare

toppler melden

Seit diesem Bericht schmeckt mir McDonalds noch weniger. Das is ja echt eklig!

Izmir-Ibel
Izmir-Ibel melden

Hallo Toppler! Tust du Maggi in die Suppe? Magst darüber etwas wissen:-)

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