McCain trifft "alten Freund" Dalai Lama:
Präsidentschaftskandidat übt Kritik an China

Für Freilassung tibetischer Gefangener und Dialog McCain lässt kein gutes Haar an Obamas Irak-Sicht

McCain trifft "alten Freund" Dalai Lama:
Präsidentschaftskandidat übt Kritik an China © Bild: AP/Ornitz

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat John McCain hat nach einem Treffen mit dem Dalai Lama von China die Freilassung von tibetischen Häftlingen gefordert. "Ich verlange von der chinesischen Regierung die Freilassung von tibetischen Gefangenen, einen ernsthaften Dialog mit dem Dalai Lama und wahrhafte Autonomie für Tibet," sagte McCain am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in Aspen in Colorado.

Zwar wünsche sich Washington gute Beziehungen mit Peking. Die USA und andere Demokratien würden dem chinesischen Volk aber keinen Dienst erweisen, "wenn wir vorgeben würden, dass die Unterdrückung von Rechten in China uns nicht betrifft", sagte der republikanische Politiker nach Angaben des US-Senders ABC. Es handelte sich um das erste Treffen McCains mit dem Dalai Lama. Dieser betonte, die Unterredung habe keinen politischen Hintergrund gehabt haben. Er fühle sich aber geehrt, mit "seinem alten Freund" zusammengekommen zu sein.

Der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der buddhistischen Tibeter, hält sich derzeit wegen einer Konferenz in den USA auf. Bei den antichinesischen Unruhen im März in Tibet war es zu zahlreichen Verhaftungen gekommen.

Zuvor hatte McCain die Irak-Politik seines Rivalen Barack Obama scharf kritisiert. Er warf dem demokratischen Senator aus Illinois vor, die militärische Lage im Irak falsch eingeschätzt zu haben. McCain betonte, er habe die von Präsident George W. Bush angeordnete Truppenaufstockung im Irak unterstützt, Obama dagegen nicht. Sein Kontrahent "würde hinnehmen, im Irak zu verlieren, um in Afghanistan zu gewinnen", sagte McCain in einer Rede vor Kriegsveteranen in Denver. "Würde sich seine Position durchsetzen, würden wir beide Kriege verlieren."
(apa/red)