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May entschuldigt sich bei Karibikstaaten

Nach Streit um Einwanderungsgesetze

Im Streit um verschärfte Gesetze für Einwanderer hat sich Großbritanniens Premierministerin Theresa May bei den Karibikstaaten aus dem Commonwealth entschuldigt. Bei einem Treffen mit Vertretern der zwölf Staaten sagte May am Dienstag in London, sie wolle den Eindruck vermeiden, ihre Regierung gehe mit besonderer Härte gegen Bürger aus dem Commonwealth und besonders gegen jene aus der Karibik vor.

Im Zuge von Gesetzesverschärfungen der britischen Regierung gegen illegale Einwanderung waren zuletzt auch Migranten aus der Karibik und deren Nachfahren in den Fokus geraten. Ohne gültige Papiere drohte ihnen die Abschiebung - außer sie können Belege für jedes Jahr vorweisen, das sie in Großbritannien lebten.

Unter den Einwanderern aus der Karibik hatten die Maßnahmen Ängste ausgelöst. Am Rande der Gespräche mit May beklagte der jamaikanischen Regierungschef Andrew Holness, dass den Einwanderern trotz ihres Beitrags zum Wiederaufbau Großbritanniens nach dem Zweiten Weltkrieg ihr "Platz als Bürger" verwehrt werde.

Der Ministerpräsident von Antigua und Barbuda, Gaston Browne, sagte, viele der Migranten hätten "sehr hart" für Großbritannien gearbeitet und gar keinen Kontakt mehr in ihre Herkunftsländer.

Viele Arbeiter aus der Karibik waren zwischen 1948 und den frühen 70er-Jahren nach Großbritannien gekommen. Die Regierung sicherte ihnen seinerzeit das Recht auf unbefristeten Aufenthalt zu. Viele der Einwanderer besaßen als Bewohner damaliger Kolonien die britische Staatsangehörigkeit.

In London findet diese Woche ein Treffen der Regierungschefs der 53 Commonwealth-Staaten statt.

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