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Maximilian Schell ist tot

Der Oscar-Preisträger starb mit 83 an einer "plötzlichen und schweren Erkrankung"

  • Maximilian Schell gestorben
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    Das war Maximilian Schell

    Maximilian Schell 2012 am Wiener Heldenplatz während einer Solidaritätskundgebung für ein freies Tibet

  • Urteil von Nürnberg
    Bild 2 von 14 © Bild: APA/EPA/Assmann

    Das war Maximilian Schell

    1961 in seiner Oscar-Rolle im "Urteil von Nürnberg"

Maximilian Schell ist tot. Der weltbekannte, in Wien geborene Schauspieler ist in der Nacht auf Samstag im Klinikum Innsbruck "an der Folge einer plötzlichen und schweren Erkrankung verstorben", teilte seine Agentin Patricia Baumbauer am Samstag mit. Der Oscar-Preisträger Maximilian Schell wurde 83 Jahre alt.

Schell erst kürzlich aus Spital entlassen

Maximilian Schell ist erst am Dienstag aus dem Krankenhaus in St. Johann in Tirol entlassen worden, in das er laut Medienberichten wegen einer Lungenentzündung eingeliefert worden war. Der 83-Jährige war am 18. Jänner in einem Kitzbüheler Hotel zusammengebrochen. Der Schauspieler, Regisseur und Bühnenautor war für ZDF-Dreharbeiten in Kitzbühel.

Maximilian Schell ist tot
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Frau war zuletzt bei Schell

"Seine Frau Iva (Mihanovic, Anm.) war bis zuletzt bei ihm," so die Agentin laut Nachrichtenagentur dpa. Schell hatte die heute 35-jährige Operettensängerin im vergangenen Jahr geheiratet. Nach Angaben seiner Wiener Agentur ist Schell "nach langwierigen Problemen mit seinem Rücken an den Folgen einer für ihn wichtigen Operation unglücklicherweise verstorben". Nähere Angaben zur Erkrankung und zu seinem Ableben wolle die Familie nicht machen, hieß es in einem E-Mail.

Oscar für "Urteil von Nürnberg"

Schell hatte 1962 den Oscar für seine Rolle in "Das Urteil von Nürnberg" erhalten. Der Sohn des Schweizer Schriftstellers Hermann Ferdinand Schell und der österreichischen Schauspielerin Noe von Nordberg war der erste deutschsprachige Schauspieler nach dem Zweiten Weltkrieg, dem diese Ehre zuteil wurde.

Für seine Rolle als Anwalt in "Das Urteil von Nürnberg" erhielt Schell einen Oscar

Trauer um Maximilian Schell: Die Reaktionen auf den Tod des Schauspielers.

Ein seltener österreichischer Weltstar

Nicht vielen gebürtigen Österreichern steht der Beiname "Weltstar" zu, einer durfte ihn mit Fug und Recht führen: Maximilian Schell, der seinen Durchbruch in Hollywood feierte, am New Yorker Broadway und in London auf der Bühne stand und Anerkennung als Film- und Opernregisseur fand.

Maximilian Schell
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"Kleiner Bruder" der Maria Schell

Bevor er sechsmal für den Oscar nominiert wurde, zahlreiche Auszeichnungen gewann und auf den Bühnen, Leinwänden sowie Fernsehbildschirmen Europas und der USA zu sehen war, sah man in ihm nur eines: den "kleinen Bruder" der großen Schauspielerin Maria Schell. Am 8. Dezember 1930 in Wien geboren, flüchtete er mit den Eltern, dem Schweizer Schriftsteller Ferdinand Schell und der Wiener Schauspielerin Margarethe Noe von Nordberg, und seinen drei Geschwistern nach dem "Anschluss" Österreichs an Deutschland 1938 in die Schweiz. Während Schell das Gymnasium in Basel besuchte, eroberte seine ältere Schwester Hollywood. "Maria war die erste Schauspielerin auf dem Titel des 'Time Magazine', ein Weltstar", erzählte er einmal dem Süddeutschen Magazin. "Ich stand in ihrem Schatten, mein Leben lang."

Maximilian Schell mit Maria Schell
© APA/DPA Mit seiner Schwester Maria Schell

Früh nach Hollywood

Doch auch Maximilian Schell führte es früh nach Hollywood. Nachdem er in Film- und Theaterproduktionen mitwirkte, stand er 1958 mit Marlon Brando in "The Young Lions - Die jungen Löwen" vor der Kamera. Der Durchbruch erfolgte 1961, als er für seine Rolle des Nazi-Verteidigers in "Das Urteil von Nürnberg" als erster deutschsprachiger Schauspieler seit Ende des Zweiten Weltkriegs den Oscar als bester Hauptdarsteller gewann. Es folgten die US-Streifen "Topkapi" (1964), "Anruf für einen Toten" (1967) und "Der Befehl" (1967), später wurde er für seine Darstellungen in "Der Mann im Glaskasten" (1975) und "Julia" (1977) sowohl für einen Oscar als auch für einen Golden Globe nominiert.

Maximilian Schell mit seinem Oscar
© APA/DPA/UPI Mit dem Oscar ausgezeichnet

Ursprung beim Theater

Es sind die großen Hollywoodproduktionen, die man bis heute mit dem Namen Maximilian Schell assoziiert. Dabei liegen seine Ursprünge beim Theater. Seit seinem Debüt als 23-Jähriger als Regisseur, Dramaturg und Schauspieler am Basler Stadttheater und einem darauffolgenden Engagement bei den renommierten Münchner Kammerspielen kehrte er immer wieder auf die Bühne zurück. Die Theaterlegende Gustaf Gründgens holte ihn 1959 an das Schauspielhaus Hamburg, wo er als "Hamlet" bejubelt wurde. Von 1978 bis 1982 verkörperte er den "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen. Im Jahr 2000 trat Schell am New Yorker Broadway in einer Bühnenversion von "Das Urteil von Nürnberg" auf, 2006 war er in London in Robert Altmans Inszenierung des Arthur-Miller-Stückes "Resurrection Blues" zu sehen.

Maximilian Schell und Senta Berger
© APA/DPA/ Mit Senta Berger bei einer "Jedermann"-Probe im Jahr 1978 in Salzburg

Auch als Regisseur aktiv

Doch Schell verwirklichte sich nicht nur als Schauspieler. Für sein Regiedebüt "Erste Liebe" (1970) erhielt er den Auslands-Oscar, es folgte der Film "Der Fußgänger" (1974), den er schrieb, produzierte und inszenierte. Große Erfolge feierte er mit "Der Richter und sein Henker" (1975) nach einer Vorlage von Friedrich Dürrenmatt, den er stets als seinen besten Freund bezeichnete. Auch als Dokumentarfilmer machte sich Schell einen Namen. 1984 drehte er den Film "Marlene", für den die scheue, zurückgezogene Marlene Dietrich ihm für Interviews bereitstand. Fast 20 Jahre später widmete Schell sich einer anderen Frau - seiner eigenen Schwester. "Meine Schwester Maria" (2002) ist eine Biografie über die einstige Hollywoodschauspielerin, die zu dieser Zeit bereits seit längerem an Demenz litt und drei Jahre später starb.

Seit den 90ern ein TV-Star

Seit den 90ern wirkte Schell regelmäßig in deutschsprachigen Fernsehproduktionen mit, zuletzt u.a. in der ZDF-Serie "Der Fürst und das Mädchen" oder im TV-Film "Die Rosenkönigin" (2007) an der Seite seiner Tochter Nastassja. Die war auch in Schells Operettendebüt "Wiener Blut" zu sehen, das er im Sommer 2007 im Rahmen der Seefestspiele Mörbisch inszenierte. In den Jahren zuvor zeigte er sich auch als Opernregisseur: In Los Angeles inszenierte er auf Einladung von Placido Domingo 2001 Richard Wagners "Lohengrin", vier Jahre später folgte Richard Strauss' "Rosenkavalier".

Sein Traumberuf

Von Film bis Fernsehen, vom Theater zur Oper: Schell wusste bis ins hohe Alter "noch immer nicht, was mein Traumberuf ist". "Es wird wohl ein ewiges Suchen bleiben", meinte er rund um seinen 80. Geburtstag. Zuletzt lebte Maximilian Schell im Elternhaus an der Grenze zwischen Kärnten und der Steiermark und hatte sowohl den österreichischen als auch den Schweizer Pass. Trotz seiner zwei Heimatländer und US-Engagements bezeichnete er sich einmal als "Herzensösterreicher", vor allem aber als Europäer.

Schell Hochzeit
© APA/Eggenberger Hochzeit im Sommer 2013

Hochzeit im letzten Jahr

2002 ließ er sich nach 17 Ehejahren, aus der die einzige Tochter Nastassja hervorging, von der russischen Schauspielerin Natalja Andreitschenko scheiden, seit 2008 war er mit der deutschen Opernsängerin Iva Mihanovic liiert, die er im Jahr 2013 schließlich heiratete.

Werbeträger

Zuletzt war Schell etwa Werbeträger für die Wiedereröffnung der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums KHM, in dem er den Satz "Grandios. Das muss man gesehen haben" hauchte. 2012 stand er gemeinsam mit seiner nunmehrigen Frau Iva Mihanovic in einer Neuinszenierung des Singspiels "Im weissen Rössl" am Münchner Gärtnerplatztheater auf der Bühne. Im selben Jahr erschien auch Schells Autobiografie mit dem Titel "Ich fliege über dunkle Täler".

Kommentare

Es war immer ein Vergnügen - danke für die tolle Lebensleistung und die Freude die Sie uns gebracht haben. Man sieht sich wieder....

Ignaz-Kutschnberger

Max, Servas - Pfiat di, mochs guat ...es gibt ein Wiedersehen

mitleser melden

so hat sich das sein junges weiberl wohl nicht vorgestellt. aber das erbe wird sie trösten - der kummer wird vergehen...ein war ein toller schauspieler!!! R.I.P.

ViennaCalling24 melden

Was für ein geschmackloser Kommentar.

Rasso melden

Aber treffend.

Einer von den ganz, ganz Großen ... R.I.P.

Einer von den ganz, ganz Großen ... R.I.P.

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