Max Payne 3 von

"Maxo Paynic" im Test

Rockstar Games "ver-GTA-t" eine Videospielikone der frühen Jahrtausendwende

Max Payne 3 - "Maxo Paynic" im Test © Bild: Rockstar Games

Vorbei sind die Zeiten, in denen die Designerdroge Valkyr Big Apple verseucht hat. Und vorbei auch die Zeiten, in denen Max Payne die Videospielwelt mit einer prickelnden Mischung aus düsterer Comic-Stimmung, innovativer Action und postmoderner Selbstreferenz verzaubert hat. Das dieser Tage für Konsole erschienene Max Payne 3 stammt auch nicht mehr vom finnischen Entwickler Remedy, sondern von niemand geringerem als Rockstar Games.

Satte neun Jahre sind vergangen, seitdem Max Payne das letzte Mal die Bühne der Videospiele betreten hat. Und das wird im dritten Teil auch nicht geleugnet: Der Zahn der Zeit hat buchstäblich an der Videospielikone der Jahrtausendwende genagt, Max trägt in manchen Kapiteln (der Gegenwart) sogar eine Glatze.

Weshalb es ihn von New York ins nicht minder kriminelle Sao Paolo verschlagen hat, wird mithilfe von spielbaren Rückblenden erzählt. Die sind auch der einzige stilistische Brückenschlag zur den Vorgängern, denn der Rest der 14 Kapitel dauernden Solo-Kampagne macht Max eher zum Halbbruder von Niko Bellic (aus GTA IV).

Im Kugelhagel gefangen
Spielerisch darf man sich bei dem linearen Third-Person-Shooter in erster Linie natürlich über das Markenzeichen von Max Payne freuen, der sogenannten Bullet-Time: Dabei lässt sich die Zeit verlangsamen, um etwa aus der Deckung kunstvoll durch den Bleiregen der Gegner zu hechten und ihnen dann selbst zusetzen zu können. Neu im Repertoire ist eine Art "Rettungsanker", die es Max mit Schmerztablette erlaubt, die Bullet-Time auch dann zu nutzen, wenn er dem Ableben nahe ist.

Und dieser Moment kann selbst auf leichterem Schwierigkeitsgrad durchaus öfters eintreten, denn der dritte Teil entpuppt sich ansonsten als fordernder Action-Parcours. Einen wesentlichen Anteil trägt dazu die künstliche Intelligenz der Gegner bei, die ein gekonntes Wechselspiel aus Verteidigung und Angriff betreibt. Aber auch das knapp bemessene Munitionsvorkommen zwingt zu überlegtem Handeln. Kurzum: Wer die Fähigkeiten von Max nicht voll ausreizt, dürfte recht schwer mit der teils in Unmengen heranströmenden Gegnerschar zurechtkommen. Langweilig sollte hier jedenfalls niemandem werden und das ist auch gut so.

Sieht aus wie ein Rockstar
Rein technisch kann man Max Payne 3 nichts vorwerfen: Dank eigener RAGE-Engine, die in ähnlicher Form - welch' Wunder - schon in GTA IV verwendet worden ist, wird das Auge mit abwechslungsreichen Schauplätzen verwöhnt, die sich obendrein ordentlich in Schutt und Asche legen lassen. Auch bei den Charakteren hat sich Rockstar nicht lumpen lassen und punktet mit hohem Detailgrad und sehr geschmeidigen Bewegungsabläufen. Eine deutsche Synchronisation ist nicht vorhanden, dafür ist das komplette Spiel untertitelt.

NEWS.AT-Fazit
Wo "Max Payne" draufsteht, ist GTA drin, wenn es von Rockstar Games kommt. Außer der legendären und branchenprägenden Bullet-Time ist im dritten Teil nicht mehr viel von Remedys Vermächtnis übrig geblieben. Das soll keinesfalls heißen, dass Max Payne 3 keinen Spaß macht oder schlecht ist. Im Gegenteil, das Produktionsniveau ist - wie man es von Rockstar erwarten darf - sehr hoch. Wer sich allerdings eine konsequente Fortsetzung der Serie im Sinne einer Etablierung des Videospiels als Kunstform erhofft hat, wird bitter enttäuscht sein. Action und Klischee-Gangstertum lautet diesmal die kommerziell sicherlich erfolgreiche Devise. Niko Bellic lässt grüßen.

Max Payne 3 ist für Xbox 360 und Playstation 3 bereits im Handel erhältlich. Für den PC erscheint der Titel am 1. Juni