Mauerbau von

Für Trumps Mauer zu Mexiko
sind noch viele Fragen offen

Demokraten schätzen die Kosten der Mauer auf bis zu 70 Milliarden Dollar

Mauerbau - Für Trumps Mauer zu Mexiko
sind noch viele Fragen offen © Bild: Getty Images

Donald Trumps symbolisch wichtigstes Wahlversprechen, der Bau einer Grenzmauer zu Mexiko, ist von seiner Umsetzung nach wie vor weit entfernt. Vor allem an der Finanzierung wird es sich spießen. Denn Mexiko wird nicht, wie von Trump versprochen, selbst für die extrem teure Mauer zahlen. Und auch der Kongress ist skeptisch.

Das Prestigeprojekt Nr. 1 von US-Präsident Donald Trump, die "große, wunderschöne Mauer", die er an der Grenze zu Mexiko zum Stopp illegaler Einwanderer errichten möchte, ist keine ausgemachte Sache. Obwohl es wohl das Wahlversprechen ist, das seine Anhänger am meisten in Ekstase versetzte, gestaltet sich die Umsetzung nicht so einfach, wie Trump sich das vorgestellt hat. Wie schon sein erster Anlauf zur Abschaffung von "Obamacare" könnte der Mauerbau letztlich am Kongress scheitern. Denn Zäune und Mauern mit einer Gesamtlänge von rund 2.000 Meilen sind vor allem eines: Ziemlich teuer. Und das Geld dafür hat die Regierung nicht in der Portokasse, sondern es muss ihr erst vom Kongress genehmigt werden.

Kosten-Schätzungen gehen weit auseinander

Wie viel genau das Mega-Projekt aber kosten wird, ist völlig unklar. Die Schätzungen gehen weit auseinander. Die Regierung spricht von 12 Milliarden Dollar, das Heimatschutzministerium nannte 21 Milliarden, eine Studie des MIT 38 Milliarden und ein aktueller Bericht demokratischer Senatoren schätzte die Kosten auf unglaubliche 70 Milliarden Dollar. In Wahrheit kann es noch niemand sagen, da viele Details zur "Mauer" (die nicht durchgehend eine Mauer sein wird) offen sind. Das gab auch Heimatschutzminister John Kelly vor dem Senat zu: "Ich weiß nicht, woraus sie gemacht sein wird, wie hoch sie sein wird, ob sie Solarpaneele haben wird wie sie bemalt sein wird. Deshalb kann ich keine Schätzung abgeben".

© Getty Images Ein Teil der bestehen Grenzmauer zu Mexiko

Wegen dieser Unklarheiten sind im Kongress auch einige Republikaner skeptisch, ob sie bereits Geld für das Projekt locker machen sollen. Trumps Regierung will die Finanzierung der Mauer offenbar "stückchenweise" beantragen. Im Budgetvorschlag für 2018 sind 2,6 Milliarden Dollar für Mauerbau vorgesehen, insgesamt sollen es zwischen 2017 und 2019 4,1 Milliarden sein. Das ist dennoch nur ein Bruchteil der Gesamtkosten, und bei diesem Tempo wird der Bau wohl mindestens zehn Jahre dauern. Aus Trumps oft gepriesener "Lösung" für die Geldfrage wird wohl auch nichts: Dass Mexiko selbst für die Mauer zahlt, ist nach wie vor so unwahrscheinlich, wie es immer war.

Finanzierung durch Steuer auf mexikanische Importe?

Die mexikanische Regierung hat wiederholt klargestellt, dass sie nicht für die Mauer aufkommen werde. Mittlerweile vertritt Donald Trump die Position, dass die USA zwar zuerst für die Mauer zahlen würden, Mexiko das Geld aber später zu erstatten hätte. Einige Republikaner schlugen eine Steuer auf Importe aus Mexiko vor, um mit dieser quasi Mexiko die Mauer zahlen zu lassen. Der Präsident hat sich daran zwar interessiert gezeigt, allzu gute Chancen im Kongress hat aber auch diese Idee nicht. Denn konservative und freihandelsaffine Republikaner werden sich wohl gegen jede Form von neuen Steuern auf den Außenhandel wehren.

© Otra Nation Vorschlag mit geringen Erfolgschancen: Hyperloop statt Mauer

Obwohl die Finanzierung also noch völlig offen ist, fährt das zuständige Heimatschutzministerium vorerst mit den Planungen für die Mauer fort. Vor rund zwei Wochen endete die Einreichfrist für Firmen, die sich um den Auftrag zum Mauerbau bewerben wollen. Rund 200 Unternehmen aus der ganzen Welt sollen sich dafür interessiert haben. Aus den eingereichten Vorschlägen werden nun vier bis zehn dafür ausgewählt, Prototypen zu errichten. Dann will man entscheiden, in welcher Form die Mauer kommen soll. Wenig Chancen darauf, den Auftrag zu bekommen, hat wohl ein Projekt mexikanischer und amerikanischer Ingenieur und Stadtplaner. Diese schlugen vor, anstelle der Mauer entlang der Grenze eine "Hyperloop"-Hochgeschwindigkeitsbahn um eine Billion Dollar zu bauen.