Interview von

Matthias Reim: "Ich bin
Mr. Forever Young"

Der rundum zufriedene Schlagerstar über seinen späten Erfolg und seinen großen Hit

© Video: NEWS.AT

Vor genau 24 Jahren schuf Matthias Reim mit „Verdammt ich lieb‘ dich“ seinen wohl größten Hit. Bereits voriges Jahr erklomm der deutsche Schlagerstar erstmals seit diesem Erfolg wieder die Charts bis auf Platz eins. Nun legt er mit „Die Leichtigkeit des Seins“ wieder nach und scheint dieses Mal alles richtig zu machen. Matthias Reim ist also zurück. Im Interview mit NEWS.AT wirkt der deutsche Schlagerstar auf seinen Albumtitel zugeschnitten: Besonnen, zufrieden und rundum glücklich.

Von Null auf Platz zwei in Deutschland und auf Platz elf in Österreich startete Matthias Reim mit seinem neuen Album „Die Leichtigkeit des Seins“ direkt durch. Ein Erfolg, den er sich vor mehreren Jahren wohl nicht einmal zu wünschen gewagt hätte. Flops und sogar Schulden standen einst auf dem Programm des Schlagerstars, der sich im letzten Jahr mit „Unendlich“ wieder zurück an die Musikspitze gekämpft hat. Der jetzige, späte, quasi zweite Erfolg, macht den Sänger darum „glücklich“ statt „stolz“, was man Matthias Reim auch anmerkt. Besonnen und gut gelaunt spricht er beim Interview mit NEWS.AT und lässt sich dabei durch nichts aus der Ruhe bringen.

Matthias Reim - Die Leichtigkeit des Seins
© Universal Das neue Album von Matthias Reim

"Realitätsnah, aber nicht autobiografisch"

Kein Wunder auch, bei so vielen positiven Reaktionen, die der Künstler auf seine neue Platte, die wohlgemerkt „realitätsnah, aber nicht autobiografisch“ ist. Was er nun anders gemacht hat, als auf vorigen Platten, bei denen sich dieser Erfolg nicht einstellte, weiß der 56-Jährige allerdings selbst nicht. Viel hätte es zu verarbeiten geben, auch das Ende seiner Ehe mit Frau Sarah nach neun Jahren. Außerdem sagt er: „Ich bin inzwischen gut geworden“ - mit einem Augenzwinkern.

Die Rückkehr des Schlagers

Vielleicht liegt es aber gar nicht nur an Matthias Reim selbst, denn auch etwas anderes hat sich in den letzten Jahren im deutschsprachigen Musikbereich gravierend verändert: Der Schlager hat seine Rückkehr gefeiert. Von absolut peinlich hat sich die Musikrichtung an die Spitze der Charts zurückgemausert und gemeinsam mit Reim stand am Interviewtag noch Helene Fischer und Fantasy am Thron der deutschen Hitparade. Laut Reim eine Tatsache, die der Fußball-WM in Deutschland im Jahr 2006 zu verdanken ist. Das Land konnte zeigen, „was es für ein großartiges Land ist“, was dessen Einwohner auch wieder „ein kleines bisschen stolz“ machte, Deutsche zu sein, so der Künstler.

Matthias Reim
© Electrola/Universal/Olaf Heine die Fußball-WM in Deutschland: Laut Reim auch ein Sommermärchen für den Schlager

23 Jahre nach "Verdammt, ich lieb dich"

Dennoch vergisst Matthias Reim nie seine Anfänge, seine Herkunft und seinen ersten Hit, der ihn einst berühmt machte. 1990 sang er ihn zum ersten Mal und auch 24 Jahren später nervt ihn „Verdammt ich lieb‘ dich“ noch immer kein bisschen. „Zu sehen, was am Ende eines Konzertes immer noch passiert, wenn ich raus gehe und sage ‚Ich ziehe durch die Straßen bis nach Mitternacht‘, das ist immer noch ein unglaublicher Moment“, erzählt der Musiker. Dass er damit immer noch den Funken zünden könne, sei einfach nur „ein Geschenk des Himmels“.

Noch offene Wünsche?

Und auch privat scheint Matthias Reim, der die verschiedensten Orte der Welt bereits sein Zuhause nannte, nun angekommen zu sein. „Es kam die Zeit, wo ich nach Hause wollte“, erzählt er im Gespräch. Nun wohnt er wieder in Deutschland, in einem kleinen Dorf am Bodensee, wo er in die Schweiz und nach Österreich schauen könne und er schwärmt von der Schönheit der Landschaft. „Jetzt hab‘ ich’s richtig gemacht“, lächelt der selbstbetitelte „Mr. Forever Young“, der sich auch in Zukunft nicht von seinen blond gefärbten Haaren trennen möchte. Ob es dennoch etwas gibt, wo er noch hin will? Wenig, meint er nach kurzer Nachdenkpause, um dann hinzuzufügen: „Die Arena auf Schalke nochmal ausverkauft bespielen und irgendwann ein riesiges Konzert in Wien geben.“ Letzteres sei übrigens in Planung, denn mit dem Erfolg hierzulande haben weder er noch sein Management im Vorfeld gerechnet.

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