Mattersburg nimmt Salzburg auf die Hörner:
Zahme Bullen verschlafen den Machtwechsel

Salzburg seit 5. November 2005 auswärts sieglos Abstieg? Coach Lederer gibt Kickern Interviewverbot

Die Aufholjagd der Salzburger in ist im Burgenland bis auf weiteres gestoppt worden. Der Tabellenvorletzte Mattersburg, der zuvor gegen Salzburg drei Zu-Null-Niederlagen in Folge kassiert hatte, bezwang den Titelkandidaten dank altbekannter Tugenden 2:1.

Woche für Woche hatte die Truppe von Kurt Jara zuletzt den Rückstand auf Leader Austria Wien verkleinert, jetzt hatte man sogar die Chance gehabt, erstmals seit Anfang Dezember Platz eins zu erobern. Doch nach dem späten Entscheidungstreffer durch Adnan Mravac (80.) sind es wieder drei Punkte Rückstand, und ÖFB-Teamkapitän Andreas Ivanschitz musste den Ausflug in seine burgenländische Heimat als "missglückt" einordnen. "Wir hatten uns viel vorgenommen. Schade, dass wir es nicht umsetzen konnten, wir hätten hier punkten müssen."

Jara: "Mattersburg war besser"
Sein Coach musste mitansehen, wie Mattersburg den Red Bulls mit viel Laufarbeit und einer Portion Aggressivität die Schneid abkaufte. Doch auch als die Burgenländer ihrem hohen Anfangstempo Tribut zollten, konnten die Austria-Jäger nicht zulegen. Jara: "Mattersburg war die bessere Mannschaft, der Sieg geht in Ordnung. Wir haben die Zweikämpfe nicht angenommen und waren zu wenig aggressiv." Laut Jara haben es vor allem Markus Schopp und Ivanschitz verabsäumt, ihren Arbeitsauftrag - Druck über die Flügel machen - auszuführen.

Salzburger Gastspiele ohne Biss
Warum die Salzburger seit 5. November 2005 (4:0 in der Südstadt) ohne Auswärtserfolg sind, kann sich auch Salzburg-Verteidiger Alexander Pöllhuber (entscheidender Fehler vor dem 0:1, Torschütze zum 1:1) nicht erklären: "Die Kulisse kann es nicht sein, denn in Salzburg spielen wir vor 17.000 Zuschauern. Wir wollten das Spiel machen, sind aber nicht in Tritt gekommen."

Mattersburg-Cheftrainer Franz Lederer freute sich über einen "verdienten Sieg" sowie weiter vier Punkte Vorsprung auf die Admira und meinte: "Wir haben von der ersten Aktion an gezeigt, dass wir den Sieg wollen. Die drei Punkte waren wichtig, aber jetzt kommen ausschließlich wichtige Spiele."

Interviewverbot zum Thema Abstieg
Lederer hat seinen Spielern einen Maulkorb punkto Abstiegskampf verpasst. "Wir leugnen nicht, dass wir uns im Abstiegskampf befinden. Aber es kommen ohnehin immer dieselben Fragen und wir wollen die Köpfe der Spieler freihalten. Wir hoffen, dass die Medien das akzeptieren." Aber z.B. Goalgetter Thomas Wagner, der das 1:0 erzielte, ist vom Klassenerhalt ohnehin felsenfest überzeugt: "Wir sind kämpferisch top und schauen nur auf uns."

Der große Verlierer im Tabellenkeller war auf Grund der Siege von Admira und Mattersburg Sturm, die Grazer liegen nur noch zwei Punkte vor den Burgenländern und sechs vor den Niederösterreichern.

(apa/red)