Mattersburg weiter bärenstark: Nach 2:2 bei Rapid liegt Lederer-Elf auf Vizemeister-Kurs

SVM-Coach bremst: 'Bäume wachsen nicht in Himmel' Uefa-Cup-Rennen: Pacult mit Remis nicht unzufrieden

Mattersburg weiter bärenstark: Nach 2:2 bei Rapid liegt Lederer-Elf auf Vizemeister-Kurs

Der SV Mattersburg hat einen großen Schritt Richtung Vizemeister-Titel gemacht. Die zweitplatzierten Burgenländer erreichten in der 29. Runde auswärts gegen Fußball-Rekordchampion Rapid ein 2:2 und verteidigten damit den Sechs-Punkte-Vorsprung auf die Hütteldorfer.

Mattersburg-Trainer Franz Lederer warnte trotz des Achtungs-Erfolges ohne die gesperrten Kühbauer, Fuchs und Jancker vor verfrühter Euphorie. "Jetzt herzugehen und zu sagen, das war's, wir sind Zweiter, wäre der größte Fehler. Die Bäume wachsen in Mattersburg sicher nicht in den Himmel."

Genugtuung bei Lederer
Bei aller Zurückhaltung konnte der längstdienende Bundesliga-Coach eine gewissen Genugtuung aber nicht verbergen. Immerhin wisse nun Fußball-Österreich über die Qualitäten des Provinz-Klubs bescheid, dessen Frühjahrserfolge des Öfteren von den GAK-Turbulenzen überdeckt worden waren. "Aber seit dem Cup-Match in Salzburg weiß jeder, dass bei uns gut gearbeitet wird."

Die Auswärtspartie gegen den überlegenen Liga-Spitzenreiter, der sich dem SVM nach 2:0-Vorsprung noch 2:3 geschlagen geben musste, markierte laut Lederer auch einen Wendepunkt, was die psychische Stärke seiner Schützlinge betrifft. "Seit diesem Spiel weiß die Mannschaft: Auch wenn etwas passiert, kann sie die Partie noch drehen. Wenn so etwas wie der frühe 0:1-Rückstand im Hanappi-Stadion vor einem Jahr passiert, ist der Kas' gegessen."

Hektische Schlussphase in Wien
In Wien aber ließen sich die Mattersburger vom Gegentor in der 12. Minute durch Kapitän Martin Hiden, der in der Schlussphase einen Unterkieferbruch erlitt und mehrere Wochen ausfällt, nicht beirren. Auch die Gelb-Rote Karte gegen Holenak wenige Minuten vor Schluss (bei Rapid wurde Hlinka bereits in der 76. Minute vom Platz geschickt) brachte die Burgenländer nicht mehr aus dem Konzept - wohl auch deswegen, weil der SVM gewisse Erfahrungswerte im Zusammenhang mit numerischer Schwächung besitzt.

Gleich elf Saisonpartien beendeten die Mattersburger nicht vollzählig, was für Lederer aber auch in dem Image als rustikal zu Werke gehende Truppe begründet liegt. "Von den elf Ausschlüssen kann man sicher über fünf oder sechs mehr als diskutieren. Es ist eben unser Stil, dass wir Zweikämpfe suchen", meinte der Trainer, betonte aber auch die spielerischen Stärken seiner Kicker.

Rapid im UEFA-Cup-Rennen gebremst
Während die Mattersburger so gut wie sicher zum zweiten Mal in Folge im UEFA-Cup vertreten sein werden, setzte es für die Hütteldorfer im Kampf um die Europacup-Plätze einen kleinen Rückschlag. Betreuer Peter Pacult war mit dem Remis dennoch zufrieden, "auch wenn uns drei Punkte besser zu Gesicht gestanden wären. Aber man darf nicht vergessen, wo wir noch vor einigen Wochen gestanden sind."

Auch Steffen Hofmann wollte die gesunkenen Chancen auf den Vize-Meistertitel nicht überbewerten. "Wir haben nie gesagt, dass wir auf Platz zwei wollen, denn wir wissen, wo wir im Herbst waren", sagte der Deutsche, ergänzte aber auch: "Natürlich hat Rapid jedes Jahr das Ziel, in den UEFA-Cup zu kommen." (apa/red)