Mateschitz vs. Achmetow: CL-Qualifikation ist auch ein Duell der Fußball-Milliardäre

40-Jähriger ist mächtigster Unternehmer der Ukraine

Dietrich Mateschitz (63) gegen Rinat Achmetow (40) - der Kampf um den Einzug in die Gruppenphase der Champions League zwischen Red Bull Salzburg und Schachtjor Donezk ist ein Duell zweier milliardenschwerer Clubbosse. Auf der einen Seite steht der laut "Forbes"-Milliardärs-Rangliste 3 Mrd. Dollar (2,20 Mrd. Euro) schwere Red-Bull-Gründer aus Österreich, auf der anderen Seite der mächtigste Wirtschaftsboss der Ukraine, dessen Vermögen auf 4 Mrd. Dollar (2,93 Mrd. Euro) geschätzt wird.

Das bedeutet in der Liste der reichsten Menschen die Plätze 287 (Mateschitz) bzw. 214 (Achmetow). Reichster Fußball-Boss der Welt ist Chelsea-Eigentümer Roman Abramowitsch, der über ein Vermögen von 18,7 Mrd. Dollar (13,7 Mrd. Euro/im Forbes-Ranking 16.) verfügen soll.

Während die "Bullen" in Österreich finanziell in einer eigenen Liga spielen, befinden sie sich im Vergleich mit Donezk wirtschaftlich in der Außenseiterrolle. Beim Gesamt-Marktwert der Kaderspieler haben die Ukrainer mit 61,5 Mio. Euro gegenüber Salzburg (38 Mio. Euro/Angaben laut www.transfermarkt.de) klar die Nase vorne. Ebenso bei den sommerlichen Transferausgaben, Donezk verpflichtete für 35,5 Mio. Euro neue Spieler, Salzburg hingegen "nur" für 3,6 Mio. Euro.

Italiener Lucarelli neuer Donezk-Superstar
Einerseits haben die Ukrainer im Sommer mit Cristiano Lucarelli (Livorno), Ilsinho (Sao Paulo) und Nery Alberto Castillo (Olympiakos Piräus) einige teure Hochkaräter nach Donezk geholt, andererseits wurden aber auch Schlüsselspieler wie Andrei Worobei, Matuzalem, Ciprian Marica oder Elano verkauft.

Während der 63-jährige Mateschitz seine Liebe zum Fußball erst vor wenigen Jahren entdeckt hat und 2005 in Salzburg eingestiegen ist, pulvert der um 23 Jahre jüngere Achmetow seine Millionen bereits seit 1996 in den Club seiner Geburtsstadt. Schachtjor schaffte es mit ihm, sich neben Dynamo Kiew als führende Kraft in der Ukraine zu etablieren. Den Sprung in die Gruppenphase der Champions League schaffte man bisher 2000/01, 2004/05 und 2006/07.

Rasen der Luxus-Arena kommt aus NÖ
Derzeit errichtet Achmetow für Schachtjor um mehr als 180 Mio. Euro ein Stadion-Schmuckkästchen im Zentrum Donezks. Der Rasen für die Fünf-Sterne-Arena wird übrigens aus Österreich kommen, nämlich von der niederösterreichischen Firma "Richter Rasen".

Achmetow, Sohn eines Minenarbeiters und einer Verkäuferin, ist Besitzer des System Capital Management. Mit dieser Firma kam er innerhalb kurzer Zeit zu sagenhaftem Reichtum und kontrolliert im Donezker Becken, der wirtschaftsstärksten Region der Ukraine, ein Imperium aus Banken, Hotels, Medienunternehmen, Stahl- und Berg-Bau.

Finanzierte moskaufreundlichen Politiker Janukowitsch
Im ukrainischen Präsidentschafts-Wahlkampf 2004 hatte Achmetow voll auf Viktor Janukowitsch gesetzt und angeblich auch dessen üppige Kampagne finanziert, wobei zwischen 440 und 669 Mio. Euro geflossen sein sollen. Achmetows Versuch, einen Wahlsieg Viktor Juschtschenkos zu verhindern, scheiterte jedoch.

(apa/red)