Matchwinner "Ligaturf 240 ACS 65": Kunst- rasen im Bullenstall verhalf Salzburg zu Sieg

Schnelles Terrain für starke Spanier ungewohnt FIFA-zertifizierter Belag muss für EURO aus Stadion

Einer der mutmaßlichen Matchwinner heißt "Ligaturf 240 ACS 65". Für viele Experten war der Kunstrasen im Salzburger Fußball-Stadion am Mittwoch im Drittrunden-Hinspiel der Champions-League-Qualifikation (1:0) ein mitentscheidender Faktor für Red Bull. Tatsächlich hatten die favorisierten Gäste aus Valencia auf dem durch intensive Bearbeitung mit Wasser noch schneller gemachten, künstlichen Terrain in Wals-Siezenheim erhebliche Probleme.

Die Spanier hatten ihr Abschlusstraining am Dienstag im Gegensatz zu den Salzburgern, die sämtliche Heimvorteile ausnutzten, auf einem trockenen und damit langsameren Untergrund absolviert. "Valencia gewöhnte sich nie an den schnellen Kunstrasen", urteilte die spanische Tageszeitung El Pais. Zahlreiche etwas zu lange Pässe der sonst technisch fehlerlosen Spitzenspieler Vicente, Baraja und Co. fanden ihr Ziel daher nicht, wirkten gegen Spielende immer frustrierter.

"Die Salzburger fühlten sich wie die Fische im Wasser. Das genaue Gegenteil traf auf Valencia zu", zog die Sportzeitung Marca einen Vergleich. "Der Ball wird auf diesem Untergrund sehr viel schneller und länger", erklärte Valencia-Trainer Quique Sanchez Flores die Problematik. "Das darf aber keine Entschuldigung sein. Fakt ist, dass es uns Salzburg schwer gemacht hat. Es war eher der Gegner als der Rasen, der uns Probleme bereitet hat."

Während die Red Bulls regelmäßig auf künstlichem Untergrund spielen, haben die Valencianer in der Heimat nur einmal auf einem trainiert, der jenem in Salzburg in keiner Weise entspricht. Denn Kunstrasen ist schon lange nicht mehr Kunstrasen. Das Gras besteht aus unterschiedlichen Kunststoffen und unterscheidet sich sowohl in seiner Dichte als auch in seiner Faserstruktur.

Der Rasen in Salzburg, der als vom Weltverband FIFA zertifizierter Zwei-Stern-Untergrund den modernsten Anforderungen genügt, ist von der UEFA mittlerweile zwar im Europacup zugelassen, muss für die EURO 2008 aber entfernt werden. Bei der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz dominiert noch immer die Natur.
(apa/red)