Massiver Stellen-Abbau bei Cosmos: 300
von 1.400 Stellen sollen gestrichen werden

Betriebsrat hat Belegschaft in Schreiben vorgewarnt

Knapp eine Woche nach dem Eigentümerwechsel bläst den Mitarbeitern der defizitären Elektrohandelskette Cosmos ein rauer Wind ins Gesicht: Der neue Eigentümer, Sanierer Erhard Grossnig, will 300 der 1.400 Stellen streichen. Filialschließungen stünden nicht an. Ein entsprechendes Schreiben des Cosmos-Betriebsrates haben die Mitarbeiter erhalten.

Kurz nach Fixierung der Übernahme der BAWAG-Tochter in der Vorwoche seien 300 Mitarbeiter beim Frühwarnsystem des Arbeitsmarktservice zur Kündigung angemeldet worden, berichten die Tageszeitungen "Kurier" und "Österreich". Cosmos- Betriebsrat Unger bestätigte den Personalschnitt. Ein Sozialplan soll in Härtefällen finanzielle Unterstützung garantieren.

"Betroffen sind alle Bereiche und Ebenen des Unternehmens", so Unger, auch im Management werde eingespart. Durch finanzielle Anreize sollen möglichst viele Mitarbeiter dazu bewegt werden, freiwillig das Unternehmen zu verlassen. "Wir rechnen damit, dass die Zahl der Abgänge dadurch unter 300 bleibt", so der Betriebsrat.

"Der Personalabbau ist unumgänglich und soll rasch über die Bühne gehen, um den Fortbestand von Cosmos zu sichern", erklärte Niedermeyer-Geschäftsführer Niederkofler von Grossnigs Value Management Services. Die Personalkosten seien im Vergleich zum Mitbewerb viel zu hoch. Allein 2005 betrug das Minus sieben Mio. Euro. Bisher hatte die BAWAG die Verluste abgedeckt.

Bis vor einer Woche bildeten die 27 Cosmos-Filialen mit einem Umsatz von 260 Mio. Euro und einem Marktanteil von 8,4 Prozent die zweitgrößte Elektroeinzelhandelskette hinter der MediaMarkt/Saturn- Kette. Mit der Übernahme durch den heimischen Sanierer Grossnig und den deutschen Finanzinvestor Nordwind Capital entstand Österreichs größte Elektrohandelsgruppe mit einem Gesamtmarktvolumen von 3,1 Mrd. Euro. Die Niedermeyer-Kette gehört seit 2004 zu Grossnigs Value Management Service.

(apa/red)