Massive Engpässe bei Enteisungsmitteln:
Droht neues Chaos auf Europas Flughäfen?

Hersteller Clariant muss die Produktion unterbrechen Entwarnung am Flughafen Wien: "Haben vorgesorgt"

Massive Engpässe bei Enteisungsmitteln:
Droht neues Chaos auf Europas Flughäfen? © Bild: APA/EPA/KNEFFEL

Vielen europäischen Flughäfen drohen in der kommenden Woche offenbar massive Engpässe bei Enteisungsmitteln. Der Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant wird voraussichtlich vom 1. bis 4. Jänner die Produktion unterbrechen müssen, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Grund seien Lieferschwierigkeiten der Hersteller von Glykol, einem Grundstoff der Enteisungsmittel, Ursache sei die derzeit hohe Nachfrage.

Gelassen sah man die Situation am Flughafen Wien. Man erwarte keine Probleme. "Wir haben vorgesorgt und ausreichend Enteisungsmittel zur Verfügung", sagte Sprecher Peter Kleemann.

Vorräte "bedarfsgerecht vorsorgen"
Der Produktionsstopp könne "je nach Wetterlage und Vorratsmengen der Flughäfen zu erneuten Beeinträchtigungen im europäischen Flugverkehr führen", hieß es bei Clariant. Weiter sagte der Sprecher, dass nun in engem Kontakt mit den Flughäfen versucht werde, das "vorhandene Material bedarfsgerecht einzusetzen". Derzeit gebe es aber keine Erkenntnisse, dass der Flugverkehr an deutschen Airports zum Erliegen kommen werde. Wegen der aktuell strengen Witterung gebe es jedoch auch Flughäfen, die derzeit täglich drei Viertel ihrer Lagerkapazitäten an Enteisungsmitteln einsetzen müssten.

Recycling in der Not
In Notfällen sei aber denkbar, Aiports mit Langstreckenverkehr bevorzugt mit Einteisungsmitteln zu versorgen, sagte er weiter. Moderne Flughäfen verfügten darüber hinaus über eigene Recyclingsysteme. Dabei könnten bis zu 40 Prozent der zur Flugzeugenteisung eingesetzten Mittel wiederverwendet werden.

Die britische Konkurrenzfirma "Kilfrost" erklärte in Newcastle-upon-Tyne, ihre Produktionsanlagen liefen auf Hochtouren. Sie werde ihre angestammten Kunden bevorzugt beliefern, aber auch versuchen, auszuhelfen, wenn dies möglich sei.

"Leerlaufen nicht auszuschließen"
Unterdessen hat der deutsch-österreichisch-schweizerische Flughafenverband ADV seinen Mitgliedern mitgeteilt, dass "ein 'Leerlaufen' von mehreren Flughäfen nicht auszuschließen" sei. In dem Schreiben werden die Flughäfen aufgefordert, den Verband zu informieren, wenn "in der nächsten Woche aufgrund von möglichen Versorgungslücken Betriebsschließungen bzw. Beeinträchtigungen" zu befürchten seien. Insgesamt sprach der Verband von besorgniserregenden Nachrichten. Allerdings gehe es dem Verband "nicht um vorauseilende Meldungen, die Unsicherheit bei Passagieren und Airlines hervorrufen".

Clariant ist nach eigenen Angaben Marktführer in Europa. Seit Oktober 2010 produziere das Unternehmen für rund 100 Flughäfen in Europa rund um die Uhr. Allein im Dezember sei die Produktion von Enteisungsmitteln gegenüber dem Vorjahr um die Hälfte gesteigert worden. Die Firma stellt Enteisungsmittel für Flugzeuge (Safewing) und für Landebahnen (Safewing) her.

(apa/red)

Kommentare

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Klimaerwärmung und Europa Vielleicht sollte mal jemand nachsehen wie es gerade dem Golfstrom geht. Am 48. Breitengrad sind in Kanada die Neufundlandbanks, ein klimatisch eher recht ungemütlichder Ort.

Bereits 2006 machte ich mir drum Sorgen, Haus in Österreich für das Klima von Malorca oder für das Klima der Neufundlandbanks entwerfen
wohnen.pege.org/2006/klimaaenderung.htm

Berndorferbaer melden

Re: Klimaerwärmung und Europa genauso ist es, nicht jammern über einen strengen winter, nachdenken warum es so ist. aber wenn ich mich zurückerinnere in die 50-60er jahre, founder, hatten wir damals nicht genausoviel schnee? da war das normal, heute scheißt man sich wegen jedem zentimeter ins hemd. es kommt bestimmt noch besser, auf das können wir uns verlassen.

guten rutsch founder!

Berndorferbaer melden

wem willst klagen den lieben himmelvater? die umweltsünder der klimaerwärmung? also für alles braucht man heutzutage einen sündenbock. wenn keiner da ist, dann mach ma einen.

christian95 melden

Gusenbauer und Molterer haben die Welt gerettet! Gusenbauer (SPÖ) und sein ÖVP Finanzminister Molterer haben die Steuern auf Treibstoffe und die LKW Maut massiv erhöht, alles um die gefährliche Erderwärmung zu stoppen. Nun haben wir Kälte und Schnee.
Die ganze Welt sollte ihnen dafür dankbar sein!

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