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Massengrab aus 19. Jahrhundert auf Baustelle in Mainz entdeckt

Hunderte Skelette von Zivilisten und Soldaten gefunden

Bei Bauarbeiten ist in Mainz ein Massengrab aus dem 19. Jahrhundert entdeckt worden. Wie viele Tote dort begraben wurden, sei unklar - es könnten mehrere hundert, "vielleicht sogar an die tausend" sein, sagte Jens Dolata von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz am Dienstag.

Durch einen Bagger seien zahlreiche Skelette zerstört worden. "Dort liegen jetzt zum Teil tausende einzelne Knochen", sagte Dolata. Das Massengrab könnte ersten Untersuchungen zufolge aus dem Jahr 1813 stammen. Damals war die Stadt von grassierendem Typhus betroffen. Tausende fielen der Infektionskrankheit zum Opfer, sowohl Zivilisten als auch französische Soldaten, die die Stadt zu dieser Zeit besetzten. "Die Friedhöfe reichten nicht aus - also wurden Massengräber ausgehoben", sagte Dolata.

Wie es auf der Baustelle einer Schießanlage eines Schützenvereins nun weitergeht, war unklar. Es sei unmöglich, hunderte Leichen im Mainzer Stadtgebiet umzubetten. Darum plädierte Dolata dafür, die intakten Skelette an Ort und Stelle zu lassen, um die Totenruhe nicht zu stören.

In der kommenden Woche soll zusammen mit der Baustellenleitung darüber beraten werden. "Ich gehe davon aus, dass es im Stadtteil noch weitere Massengräber gibt", sagte Dolata. Mainz ist in der Archäologie vor allem für zahlreiche Ausgrabungen aus der Römerzeit bekannt.

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