Massendemos für Einwanderer-Rechte: Hunderttausende in USA auf den Straßen

Allein in Hauptstadt Washington 180.000 Teilnehmer Streit über Gesetzesreform - Bush für Debatte

Massendemos für Einwanderer-Rechte: Hunderttausende in USA auf den Straßen

In den USA halten die Massenproteste gegen eine Verschärfung der Einwanderergesetze auch die dritte Woche in Folge an. Hunderttausende forderten bei Großdemonstrationen in rund 100 Städten ein Bleiberecht für die rund elf Millionen illegalen Einwanderer.

Allein in der Hauptstadt Washington gingen nach Angaben der Organisatoren mindestens 180.000 Menschen auf die Straße. Es war damit die größte Demonstration seit den Protesten gegen den Vietnam-Krieg und der Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner.

Die Demonstranten verlangen vom US-Kongress eine Lösung im Streit über die Reform des Einwanderungsgesetzes. Demokraten und Republikaner hatten sich am Freitag nicht auf ein Kompromisspapier einigen können. Demnach wäre illegalen Einwanderern, die mindestens fünf Jahre in den USA leben, die Möglichkeit einer Staatsbürgerschaft innerhalb von sechs Jahren eingeräumt worden. Dafür hätten sie jedoch Englisch lernen sowie eine Geldstrafe begleichen und Steuern nachzahlen müssen. Ähnlich strittig ist ein so genanntes Gastarbeiter-Programm, das mehr als 300.000 Betroffenen pro Jahr einen befristeten legalen Aufenthalt sichern würde.

US-Präsident George W. Bush sagte in Washington, die Demonstrationen seien ein wichtiges Zeichen dafür, wie sehr das Einwanderungsproblem die Menschen in den USA beschäftige. Er sprach sich zudem für eine intensive Debatte über die Einwandererfrage aus. Die USA seien eine "Nation von Einwanderern", betonte Bush. "Aber wir müssen auch die Grenzen und die Einhaltung der Gesetze sichern." Die US-Senatorin Hillary Clinton sagte unter dem Beifall von rund 20.000 Demonstranten in New York: "Eure Gesichter sind die Gesichter Amerikas."

Während der friedlichen Demonstrationen kritisierten die Teilnehmer auch den Gesetzesentwurf des Abgeordnetenhauses, der den illegalen Aufenthalt in den USA zu einer Straftat erklärt. Als Zeichen des friedlichen Widerstandes trugen viele Demonstranten wieder weiße T-Shirts. Auf Transparenten stand: "Liebt uns - weist uns nicht aus", "Wir sind Amerikaner" oder "Alles, was wir wollen, ist der amerikanische Traum".

(apa)