Massaker im irakischen Haditha: Verfahren gegen zwei US-Soldaten wurde eingestellt

Insgesamt noch fünf Armeeangehörige angeklagt Blutbad im November 2005: Über 20 Zivilisten getötet

Das US-Militär hat Verfahren gegen zwei US-Soldaten im Zusammenhang mit dem Massaker von Haditha im Irak eingestellt. Das teilte das Marine Corps auf dem Stützpunkt Camp Pendleton in Kalifornien mit. Danach wurde die Anklage wegen Mordes in drei Fällen gegen den Marineinfanteristen Justin Sharratt wegen Mangels an Beweisen fallengelassen. Im Fall seines Kameraden, Randy Stone, dem Vertuschung der Tat vorgeworfen worden war, sah der für die Überprüfung der Beweise zuständige General James Mattis keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten, das einen Militärprozess gerechtfertigt hätte.

Insgesamt sind wegen des Blutbads noch fünf weitere Soldaten angeklagt, darunter zwei Amerikaner wegen mehrfachen Mordes. Die anderen Marineinfanteristen sollen die Tat entweder nicht gemeldet oder falsche Angaben darüber gemacht haben.

Zeugenaussagen zufolge hatte die Gruppe von US-Soldaten am Morgen des 19. November 2005 mehrere Häuser in der 200 Kilometer nordwestlich von Bagdad gelegenen Hochburg der sunnitischen Aufständischen gestürmt und mehr als 20 Zivilisten getötet, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Auslöser des Blutbads soll Wut über den Tod eines Kameraden gewesen sein, der kurz zuvor in der Nähe der Häuser durch eine am Straßenrand deponierte Bombe getötet worden war.

(apa)