Martin Stranzl beendet seine Teamkarriere:
Hatte unter Constantini zuletzt kein Leiberl

Entscheidung endgültig: "Irgendwann ist Fass voll" Teamchef Constantini: "Akzeptiere seinen Rücktritt"

Martin Stranzl beendet seine Teamkarriere:
Hatte unter Constantini zuletzt kein Leiberl © Bild: APA/Jäger

Martin Stranzl will nie wieder für Österreichs Fußball-Nationalmannschaft spielen. Der Verteidiger, der von 2000 bis 2009 insgesamt 56 Länderspiele (3 Tore) bestritt, hat seinen Abschied aus dem ÖFB-Team erklärt. "Der Rücktritt ist endgültig. Daran ändert sich auch bei einem anderen Teamchef nichts", meinte der 29-Jährige nach den jüngsten Differenzen mit Nationaltrainer Dietmar Constantini.

Der Spartak-Moskau-Legionär hatte vor wenigen Tagen mit heftiger Kritik an der Personalpolitik von Constantini aufhorchen lassen. Stranzl war von Constantini so wie u.a. auch der in der deutschen Bundesliga groß aufspielende Andreas Ivanschitz (Mainz) nicht für das Spanien-Länderspiel einberufen worden.

"Lasse mir nicht vorwerfen, nicht alles zu geben"
"Auch wenn es mir schwer fällt, irgendwann ist das Fass voll", meinte Stranzl nun nach seinem Abgang von der ÖFB-Bühne. "Ich lasse mir nicht vorwerfen, für das Nationalteam nicht alles zu geben", so Stranzl in Richtung Constantini. Stranzl liegt nach wie vor die öffentliche Constantini-Kritik an seiner Absage fürs Match gegen Kamerun im vergangenen August im Magen. "Dabei war das mit ihm so abgesprochen", stellte Stranzl klar.

Stranzl berichtete, dass er sich seinen Rücktritt in den vergangenen Tagen gut überlegt habe. "Ich habe noch einmal Revue passieren lassen, wie zuletzt alles gelaufen ist und habe nach Rücksprache mit der Familie und dem Manager diese Entscheidung getroffen", meinte Stranzl, der mit dem ÖFB-Team an der Heim-EM 2008 teilgenommen hat.

Für den Burgenländer bringt die Entscheidung auch Wehmut mit sich. "Für mich ist es schwierig, weil ich immer sehr gern im Team gespielt habe. Aber vielleicht ist es so für alle Beteiligten einfacher. Ich wünsche der Mannschaft alles Gute." Zur getätigten Kritik an Constantini, dem er u.a. vorwarf, nur bei ihm und Ivanschitz eine Linie zu haben, steht Stranzl nach wie vor. "Das waren einfach nur Fakten, die ich angesprochen habe."

Constantini respektiert Entscheidung
Der ÖFB wurde via E-Mail vom Management Stranzls über den Rücktritt informiert. Constantini meinte im Teamquartier in Bad Tatzmannsdorf in einer ersten Reaktion: "Ich respektiere die Entscheidung von Martin Stranzl und akzeptiere seinen Rücktritt. Selbstverständlich wünsche ich ihm in seiner weiteren sportlichen Laufbahn viel Erfolg."

(apa/red)