Martin Rütter von

Der Hundeprofi ist wieder da!

NEWS hat sein neues Programm vorab gesehen und den Hundeversteher interviewt

Martin Rütter - Der Hundeprofi ist wieder da! © Bild: Guido Engels

Der deutsche Hundeflüsterer Martin Rütter tourt mit seinem neuen Programm „Der tut nix!“ Ende November durch Österreich. Isabel Neumeister hat es vorab gesehen und den Hundeversteher interviewt.

Er ist der Mann für alle Felle, Hausmeister aller Hundehütten, Liebling aller Hundebesitzer – und er ist zurück auf der Showbühne: Martin Rütter, deutscher Tierpsychologe, als „Hundeprofi“ seit Jahren TV-Star und erfolgreichster Dolmetscher zwischen Zwei- und Vierbeinern. In seinem neuen Programm „Der tut nix“ geht Rütter den vielfältigen Erziehungs- und Beziehungs-Problemen zwischen Mensch und Hund auf den Grund.

Charmant und witzig, mit vielen Vergleichen zwischen menschlichen und tierischen Beziehungskisten, erklärt der „Dogmedian“, was wirklich hinter den typischen Kommunikationsmissverständnissen zwischen Hunden und Menschen steckt. Die gute Nachricht vorab: Es ist nie zu spät für die richtige Hundeerziehung. Aber je länger man damit wartet, desto mühsamer wird die Umstellung. NEWS hat Rütters neues Programm vorab gesehen und den gefragten Hundeprofi anschließend persönlich getroffen.

NEWS: Welches sind die Highlights Ihres neuen Programms „Der tut nix“?

Martin Rütter : Mir geht es vor allem darum zu erklären, warum ein Hund etwas tut, und wie man Probleme in der Hund-Mensch-Berziehung löst. Diesmal habe ich auch Themen angepackt, die sehr umstritten sind, wie beispielsweise die Kastrationsproblematik. Außerdem gibt es viel „Paartherapie“!

NEWS: Woher nehmen Sie Ihre Ideen?

Rütter : Die Resonanz der Menschen auf mein letztes Programm „Hund-Deutsch, Deutsch-Hund“ war für mich ein ganz wichtiger Gradmesser. Mein Vorteil ist, ich sitze nicht zu Hause und muss mir überlegen, was ich im neuen Programm machen könnte. Die Dinge kommen ganz von selber, wenn mich Leute ansprechen oder mir ihre Geschichten erzählen.

NEWS: Was verstehen Sie unter einem gut erzogenen Hund?

Rütter : Das kommt darauf an, welches Leben man führt und welche Ansprüche man hat. Ich rate immer, bevor man sich einen Hund nimmt eine Liste zu erstellen, was dieser können soll. Also will ich ihn zum Sport mitnehmen, mit ihm Agility machen, soll er mit mir jedes Jahr 80.000 Kilometer im Auto mitfahren oder ein so genannter „Familienmitlatscher“ sein. Gerade letzteres klingt nicht nach großem erzieherischen Aufwand, aber entspanntes „Mitlatschen“ verlangt viel Training von Hund und Mensch!

NEWS: Wie viele Hund-Herrchen-Paarungen haben Sie schon therapiert?

Rütter : Ich persönlich hatte etwa 6.000 Hunde im Training.

NEWS: Liegen die Probleme in Hund-Mensch-Beziehungen eigentlich immer am Menschen?

Rütter : Es gibt Ausnahmen, etwa Hunde aus gestörten Zuchtselektionen, oder Tiere, die in einer Massenproduktionsstätte aufgewachsen sind und in den ersten acht Monaten nichts anderes kennen gelernt haben. Aber natürlich muss man auch in solche Fällen die Schuld für auffälliges Verhalten der Hunde auf den Menschen zurückführen.

NEWS: Welches sind die häufigsten Probleme?

Rütter : Mangelnde Leinenführigkeit und Rückrufbarkeit. Die wenigsten Menschen sind in der Lage, ihren Hund verlässlich abzurufen. Wobei es auch bei einem richtig gut erzogenen Hund Grenzen gibt. Hundertprozentige Verlässlichkeit gibt es weder beim Hund noch beim Menschen. Am wichtigsten ist es den Moment zu erkennen, an dem es noch nicht zu spät ist einzugreifen. Dazu muss man seinen Hund lesen und einschätzen können.

NEWS: Gibt es Hunderassen die einfacher zu trainieren sind als andere?

Rütter : Auf jeden Fall! Zuerst muss man sich anschauen, wofür eine Hunderasse gezüchtet worden ist. Der Dackel beispielsweise ist ein Solitärjäger, er ist genetisch nicht dazu gezüchtet mit anderen Hunden zu kooperieren, sondern entscheidet selbstständig. Solche Hunde sind immer schwieriger zu erziehen. Im Gegenteil dazu ist der Labrador oder der Border Collie an sozialer Kommunikation sehr interessiert. Diese Hunde wollen kooperieren.

NEWS: Gibt es Rassen, die sich als Familienhunde besonders eignen?

Rütter : Eigentlich nicht. Meine Faustregel lautet: je kleiner die Kinder, desto größer sollte der Hund sein. Denn Kinder tun sich schwer, kleinen Hunden gegenüber Respekt aufzubringen.

NEWS: Ihr eigener Hund Mina ist vor einiger Zeit gestorben. Werden Sie sich wieder einen Hund nehmen?

Rütter : Irgendwann bestimmt, ja, aber jetzt könnte ich mich emotional noch nicht auf einen anderen Hund einlassen. Dazu vermisse ich Mina noch zu sehr.

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