Marssonde "Phoenix" sendet wieder Bilder:
Kommunikationsprobleme zu Erde behoben

Roboterarm zur Probenentnahme wieder einsatzfähig Schnappschuss sorgt für Entzücken bei Forschern

Marssonde "Phoenix" sendet wieder Bilder:
Kommunikationsprobleme zu Erde behoben © Bild: AP/NASA/University of Arizona

Die Kommunikation zwischen der US-Marssonde "Phoenix" und dem NASA-Kontrollzentrum ist nach mehrstündiger Unterbrechung wieder hergestellt worden. "Phoenix" habe erfolgreich Bilder und andere Daten zur Erde geschickt, teilte die US-Weltraumbehörde NASA auf ihrer Internetseite mit. "Phoenix" war nach neunmonatiger Reise durch den Weltraum auf dem Roten Planeten gelandet.

Der Verantwortliche für das Erkundungsprogramm, Fuk Li, hatte erklärt, es gebe eine Kommunikationstörung zwischen "Phoenix" und der Orbit-Sonde, die den Mars umkreise und die gesammelten Informationen zur Kommandostation auf der Erde übertrage. Das Problem lag demnach bei der Orbit-Sonde. Durch die Panne verzögerte sich der Einsatz des 2,35 Meter langen Roboterarms von "Phoenix", der zur Sammlung von Bodenproben eingesetzt wird, um 24 Stunden.

"Phoenix" war nach fast zehn Monaten und einer 680 Millionen Kilometer langen Reise weich in der Nordpol-Region des Mars gelandet. Danach lieferte die Sonde bereits zahlreiche Bilder unseres Nachbarplaneten.

Fotos aus dem All
Zudem sorgte ein "Schnappschuss" für Entzücken unter den Wissenschaftlern: Die NASA-Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter", die den Nachbarplaneten umkreist, konnte aus dem All fotografieren, wie "Phoenix" am Fallschirm auf die Marsoberfläche niederging. Es sei das erste Mal, dass eine Raumsonde von einer zweiten bei der Landung auf einem anderen Planeten fotografiert worden sei, hieß es bei der NASA.

Die Forscher begannen bereits, die ersten Mars-Aufnahmen des Neuankömmlings auszuwerten. "Wir können Risse in den Mulden (auf dem Planeten) erkennen, was vermuten lässt, dass das Eis die Oberfläche weiterhin verändert", sagte Peter Smith von der Universität von Arizona. "Wir sehen auch frische Risse."

Suche nach Wasser als Aufgabe
Hauptaufgabe der Sonde, die auch eine Spezialkamera aus Deutschland an Bord hat, ist die Suche nach Wasser damit und nach Spuren einfachsten Lebens auf dem Mars. In den nächsten drei Monaten - dann ist Frühling und Sommer im Landegebiet auf dem Roten Planeten - soll der Roboterarm den gefrorenen Polarboden durchgraben. Die Expedition wird unter anderem untersuchen, ob das Eis nahe der Marsoberfläche regelmäßig schmilzt. Das würde bedeuten, dass es dort einen Lebensraum für Mikroorganismen geben könnte.

Die erfolgreiche Landung der Sonde gilt als wichtiger Schritt in der Raumfahrt. In den vergangenen Jahrzehnten waren mehr als die Hälfte der Mars-Missionen gescheitert. Auch das Aufsetzen von "Phoenix" galt als "Zitterpartie". Die Sonde musste vom Eintritt in die Marsatmosphäre bis zur Landung innerhalb weniger Minuten von rund 20.000 auf etwa 10 Kilometer pro Stunde abgebremst werden. Das gesamte Projekt "Phoenix" kostet nach Angaben der NASA 420 Millionen Dollar (knapp 310 Millionen Euro). (apa/red)