Marlies Schild von

Vreni Schneider in Reichweite

Nur noch sechs Slalom-Erfolge fehlen Marlies Schildzum ewigen Rekord der Schweizerin

Marlies Schild - Vreni Schneider in Reichweite © Bild: GEPA/Oberländer

Der Sieg im Slalom von Aspen war der 30. Weltcup-Erfolg von Marlies Schild, der 28. im Slalom. Die Überlegenheit der Salzburgerin erinnerte an die legendäre Vreni Schneider. Auf deren 34 Slalomsiege fehlen Schild nur mehr sechs Erfolge. Fürs Erste ist die Österreicherin aber auch mit dem 30. Sieg zufrieden. "Das ist eine Zahl, die für's Leben bleibt", gab sich die Weltmeisterin stolz wie schon lange nicht.

Dabei hatte Schild nach ihrem Beinbruch die komplette Saison 2008/2009 verpasst. Damals gewann sie schon im vierten Rennen nach dem Comeback wieder und fährt seither in einer eigenen Liga: Neun Weltcupsiege, WM-Gold, Olympia-Silber und der Slalom-Weltcup stehen zu Buche.

So selbstbewusst Schild derzeit schon wieder ist ("Ich habe gewusst, dass es für den Sieg passt, wenn ich gut fahre. Es war eine perfekte Leistung"), so wenig reagiert sie abgehoben auf ihre einzigartige Überlegenheit. "Es ist schwierig, wenn jeder glaubt, dass man das sowieso gewinnen muss. Die anderen schlafen auch nicht, ich kann es nur immer wieder wiederholen", warnte sie.

Vielmehr werde sie hart weiterarbeiten. "Auch mental, damit ich nicht unzufrieden werde, wenn es einmal nicht so gut läuft", kennt sie das harte Brot einer gejagten Topläuferin. Im Slalom warten in jedem Lauf dutzende Fallen. Manchmal ist es sogar gleich das erste Tor, siehe Aspen im Vorjahr. "Es hat mir auch diesmal schon zugerufen, Marlies komm", scherzte sie nach ihrem Triumph.

Mandl ist zufrieden
Damenchef Herbert Mandl kann nicht jammern. Den Slalom in beeindruckender Manier gewonnen, im Riesenslalom nur knapp geschlagen. "Die Aspen-Ergebnisse sind absolut in Ordnung. Vor allem, weil man auch abseits von Görgl und Schild positive Ansätze gesehen hat. Die Jungen haben durchaus aufgezeigt", freute sich der Niederösterreicher.

Für den Großteil der Damen ging es zum Speed-Auftakt in Lake Louise in Kanada, wo Sonntagabend die Herren "abgerüstet" hatten. Mandl ist zuversichtlich, dass es dort in einer ähnlichen Tonart weitergeht.

Von den drei starken Speedläuferinnen, Görgl, Anna Fenninger und Andrea Fischbacher, erwartet Mandl entsprechende Topleistungen, obwohl Lindsey Vonn und Maria Höfl-Riesch dort zuletzt klar den Ton angegeben haben. Die deutlich leichter gewordene Weltcup-Gesamtsiegerin Höfl-Riesch hat aber noch Rückstand. Vonn ist körperlich und auch privat angeschlagen, sie und ihr Mann Thomas Vonn haben den Scheidungsprozess eingeleitet.

Görgl auf der Speed-Rechnung
Mandl hofft, dass auch seine jüngere Speed-Fraktion aufzeigt. "Sie soll im Super-G auf Tuchfühlung kommen und in der Abfahrt Weltcuppunkte machen." Görgl dürfte nach ihrem Sieg vor zwei Jahren sowie den beiden Speed-Goldmedaillen bei der WM als Weltranglisten-Dritte in der Abfahrt eines der heißesten ÖSV-Eisen in Lake Louise sein. "Mit Lizz rechne ich auch dort sehr. Sie ist in den schnellen Disziplinen mindestens gleich gut drauf wie im Riesentorlauf", ist Mandl überzeugt.