Marlies Schild im Slalom wieder einmal
die Gejagte: "Fühle mich wohl in der Rolle"

Sieg trotz zweier Fehler gibt viel Selbstvertrauen

Eine Marlies Schild braucht nicht unbedingt fehlerfreie Läufe, um Weltcup-Slaloms zu gewinnen. Das war in der abgelaufenen Saison beispielsweise in Zagreb schon so, als sie nach einem Steher im zweiten Durchgang noch gewann, und passierte auf der Reiteralm. Die Salzburgerin bugsierte sich mit Platz eins im ersten Saisonrennen aber wieder in die Rolle der Gejagten auf der Slalom-Weltcupbühne, die sie im Vorjahr schon exzellent beherrschte: "Ich habe das gewusst. Ich fühle mich aber sehr wohl in dieser Rolle, das war auch das Ziel. Das gibt mir Selbstvertrauen für die nächsten Rennen", sagte Schild.

Die starken Leistungen im Training entsprachen also den Tatsachen. "Dass ich trotz so eines Fehlers noch in Führung gegangen bin, das hat mir gezeigt, dass ich sehr schnell sein kann. Wäre dieser Fehler nicht gewesen, wäre sehr, sehr viel möglich gewesen. Ich habe gesehen, dass ich die Linie, die ich mir zutraue, fahren kann", erklärte die 26-jährige Saalfeldnerin, die sich auch vom heftigen Schneetreiben nicht aus der Ruhe hatte bringen lassen. "Beim Start hat der Wind ziemlich raufgeblasen, aber das nächste Tor hat man gesehen, also bin ich einfach von Tor zu Tor gefahren."

Die Piste war trotz Dauerschneefalls in einem ausgezeichneten Zustand, rundherum aber türmten sich die Schneehaufen. "Vor dem ersten Durchgang konnte ich mich nicht gut einfahren, es war überall Tiefschnee." Weil sie etwas nervös gewesen sei, sei sie dann im ersten Durchgang "etwas zu hart" gefahren. Im zweiten gab es aber kein Halten mehr, denn als Halbzeitdritte und bei acht Läuferinnen innerhalb von 60/100 Sekunden - musste sie attackieren.

Ab nach Kanada
Für die Damen geht es am 24./25. November mit einem Riesentorlauf und einem Slalom in Panorama weiter. "Panorama kenne ich nicht, aber Kanada, da war ich schon auf Urlaub, ein super schönes Land." Die Abreise für das ÖSV-Team erfolgt am 15. November. "Ich freue mich auf die nächsten Rennen, ich werde auch im Riesentorlauf weiterarbeiten", sagte Schild.

Sorgen, dass sie in Euphorie ausbricht, muss sich niemand machen. "Ich weiß, dass immer auch Glück dazugehört. Deshalb kann man nicht sagen, dass ich die nächsten Rennen auch gewinne."

(apa/red)