Marlies Schild hatte"bisschen Bammel":
Comeback nach vielen Monaten Pause

"Ist jetzt alles ein bisserl härtere Arbeit als früher" Nach 13 Monaten Zwangspause Rückkehr im Slalom

Marlies Schild hatte"bisschen Bammel":
Comeback nach vielen Monaten Pause © Bild: APA/Gindl

Nach mehr als 13-monatiger-Verletzungspause gab die Salzburgerin Marlies Schild im Weltcup-Slalom von Levi ihr Comeback. Zuvor gewährte die 28-Jährige im Interview mit der APA Einblick in ihre Gefühlswelt. Sie erzählt, wie sie ihren Ehrgeiz bremsen will, warum die Arbeit härter ist als früher und wieso sie sich mit Slalom zufriedengeben muss.

Frage: Willkommen zurück! Mit welchen Gefühlen sind Sie nach Levi
gereist?
Schild: "Es sind natürlich gemischte Gefühle, ich bin jetzt lange kein Rennen mehr gefahren. Es ist irgendwie wieder neu für mich. Einerseits freue ich mich, andererseits habe ich natürlich ein bisserl Bammel, wie ich den Druck - aber eigentlich habe ich ja keinen Druck - wie ich das Ganze halt bewältigen werde. Doch ich habe mich gefreut, dass ich mich entschieden habe, wieder mitzufahren. Es ist ein gutes Gefühl, wieder dabei sein zu können."

Frage: Sie haben es schon selbst gesagt: Sie haben keinen Druck, aber Sie sind auch eine sehr ehrgeizige Sportlerin. Wie schwierig ist es, mit der richtigen Balance aus Ehrgeiz und Lockerheit ins Comeback-Rennen zu gehen?
Schild: "Es ist schwierig, ich bin sehr ehrgeizig, und so ärgert es mich auch oft, wenn ich wie jetzt im Training Sachen nicht zusammenbringe, die ich vorher leicht zusammengebracht habe. Das ist jetzt alles ein bisserl härtere Arbeit als früher. Ich probiere, an den Start zu gehen und einfach mal locker zu fahren und zu schauen, wo ich ungefähr stehe. Mehr kann ich mir im Moment eigentlich nicht erwarten."

Frage: Wie wichtig war es auf dem Weg zurück, dass Sie alleine trainiert haben?
Schild: "Wenn die Piste nicht so gut ist und mehrere Läuferinnen fahren, dann sind sofort Schläge drin. Ich habe einfach gemerkt, dass ich auf schlechten Pisten überhaupt nicht fahren konnte. Vor allem deswegen habe ich alleine trainiert. Und natürlich war es auch fein, wenn man sich nur auf sich konzentrieren konnte und eigentlich nicht links und nicht rechts schauen brauchte."

Frage: Wie war das erste gemeinsame Training diese Woche mit den Teamkolleginnen?
Schild: "Das war anders, aber ganz okay. Ich habe es geschafft, dass ich nur auf mich schaue. Ich tue mir natürlich noch ein bisserl schwer bei dem Ganzen. Aber schauen wir mal, wie ich es im Rennen dann herunterbringe."

Frage: Was konkret fällt noch schwer?
Schild: "Dass ich Sachen nicht zusammenbringe, die früher automatisch
gingen, weil einfach der Körper sich auf das Ganze erst wieder einstellen muss. Und gewisse Muskeln, die man nur beim Skifahren trainieren kann, die haben natürlich ein bisserl gelitten unter der langen Zeit, in der ich nicht Ski gefahren bin. Ich bin ja fast ein ganzes Jahr nicht gefahren. Aber für das bin ich eigentlich schon wieder ziemlich weit und bin froh, dass ich jetzt wieder so beieinander bin, wie ich jetzt da bin."

Frage: Wieso ist Levi als Comeback-Ort passend?
Schild: "Ich habe in Levi schon alles erlebt - gute Rennen, schlechte Rennen. Die Piste ist zum Anfangen fein, weil es relativ flach weg geht und man das Gefühl bekommen kann, in den Rhythmus kommen kann. Es geht erst später richtig zur Sache. Für das, glaube ich, ist es für das Comeback ganz gut."

Frage: Sie hätten sich noch ein paar Wochen mehr Zeit geben können...
Schild: "... es war rein meine Entscheidung, ich habe gesagt, ich möchte mich jetzt wieder rantasten. Und dazu muss ich Rennen fahren. Wenn ich wieder nicht gefahren wäre, und wieder zwei Wochen Training ... irgendwann braucht man mal ein Rennen, dass man vielleicht wieder neue Erkenntnisse hat, wo es noch fehlt."

Frage: Wo glauben Sie fehlt es noch am meisten?
Schild: "Man hat im Rennen natürlich eine andere Anspannung als im Training. Wenn es beim Training schon oft gut funktioniert, heißt das nicht, dass es im Rennen dann schon gut funktioniert. Da muss man sich einfach wieder daran gewöhnen."

Frage: Erwarten Sie im Slalom Neues von den Konkurrentinnen?
Schild: "Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung. Es ist wie jedes Jahr, wenn man das erste Rennen fährt. Man ist ein bisserl neugierig, wer ist schnell, wer ist vielleicht nicht so schnell. Wie fährt die, wie fährt die. Das ist gleich wie jedes Jahr."

Frage: Ist es auch ein Ziel, wieder andere Disziplinen zu fahren?
Schild: "Ja, ein Ziel, aber kommt Zeit, kommt Rat. Im Moment merke ich einfach, dass das Eine schon für mein Bein genug ist. Wenn ich jetzt wieder anfange, alles zu trainieren, dann glaube ich, bringe ich nicht einmal eine Disziplin hin. Deshalb habe ich gesagt, jetzt konzentriere ich mich einmal auf den Slalom und dann schauen wir weiter."

(apa/red)