Markus Rogan von

"Fand mich selbst viel zu geil"

Schwimmer blickt selbstkritisch auf Olympia-Vorbereitung 2008 zurück

Markus Rogan - "Fand mich selbst viel zu geil" © Bild: APA/JÄGER

Das Duo Markus Rogan und Dinko Jukic ist seit dem letzten Wettkampf von Mirna Jukic im Sommer 2009 für Österreichs Schwimm-Medaillen allein verantwortlich gewesen. Die beiden sind auch von Montag bis Sonntag bei den Langbahn-Europameisterschaften in Debrecen Österreichs Haupthoffnungsträger. Gleichzeitig sind es für die beiden Wiener jedoch ein wenig Titelkämpfe im Vorbeigehen, denn Olympia hat eindeutig Vorrang. Rogan gibt sich im Rückblick auf 2008 recht selbstkritisch.

"Ich hoffe auf bestmögliche Ergebnisse", meinte Jukic in seiner Vorschau auf seine EM-Bewerbe wenig aussagekräftig. "Wir haben sehr gute Arbeit in der Vorbereitung geleistet. Es gab zwar kleine Schwierigkeiten und Steine auf dem Weg, aber das ist nichts Ungewöhnliches." Der 23-Jährige spielt speziell auf seine am 12. März im Grazer Landeskrankenhaus operativ behandelte Knorpelabsplitterung im linken Ellenbogen an.

"Da muss man die Zähne zusammenbeißen und das Programm durchziehen. Das ist eine psychische Sache", erklärte Jukic kompromisslos. Nur die Woche bis zum Schließen der Wunde nahm er sich nach der Operation eine Wasser-Auszeit. Eine Medaille würde Jukic jedenfalls gerne aus Debrecen mitnehmen, denn zuletzt in Budapest 2010 ging er leer aus. Und auf seiner Paradestrecke 200 m Delfin fehlt ihm noch ein Langbahn-Podestplatz.

Rogan will Ego kleinhalten
Rogan wiederum macht in seinem Olympia-Training viel anders als vor den Spielen 2008. "Vor Peking habe ich mich selbst viel zu geil gefunden, nachdem ich alles gewonnen habe", meldete der 30-Jährige. Eine ihm gewidmete Briefmarke und ein zur Verfügung gestellter Luxuswagen noch, da ging dann auch der letzte Olympia-Fokus verloren. "Jetzt konzentriere ich mich aber voll auf die Spiele, um Kopf und Ego kleiner zu halten."

Im Training in Los Angeles nahm der insgesamt vierfache Langbahn-Europameister keine Rücksicht auf die EM. "Wir trainieren dort jeder alleine, aber auch alle gegeneinander", berichtete Rogan. "Ich habe mich komplett hineingetigert." Die sich daraus ergebene Erschöpfung ist keine gute EM-Voraussetzung. "Trotzdem möchte ich in Debrecen ordentlich abschneiden. Wenn ich eine Medaille hole, dann muss ich die richtig einschätzen."

Rogan beginnt sein EM-Programm am Dienstag mit 200 m Lagen. 200 m Rücken am Freitag wird er eher nicht bestreiten, dafür ist er für die Staffeln am Samstag über 4 x 200 m Kraul und am Sonntag über 4 x 100 m Lagen gesetzt. Auch über 400 m Lagen am Sonntag könnte er passen. Jukic startet ebenso mit 200 m Lagen, hat am Mittwoch 200 m Delfin, Freitag 100 m Delfin und am Sonntag 400 m Lagen. Dazu kommen die Staffeln.