Markus R. Leeb über den tiefen Fall der Wall Street: Das Ende der Abzocker

Dem US-Finanzmarkt kann man viel vorwerfen, aber sicher keine Inkonsequenz. Die heiligen Kühe der Wall Street wurden geschlachtet. Mit der gigantischen Summe von 700 Milliarden Dollar springt die US-Regierung ein und verstaatlicht große Banken. Dass der Staat eingreift, wenn der Markt nicht funktioniert, ist bewährte US-Tradition. Nachdenklich stimmen sollte auch hierzulande vielmehr, welche Macht die großen Investmentbanken hatten. Gerne schmückt man so manche Privatisierung mit dem klingenden Namen eines der „Big Five“, um damit eine Art Absolution zu erhalten.

Die Machtfülle, die den Investmentbankern solcherart zugestanden wurde, hat sich für ihre Zunft als äußert profitabel erwiesen. So konnte Richard Fuld, Boss der pleitegegangenen Lehman Brothers, in den vergangenen fünf Jahren die gigantische Summe von 354 Millionen Dollar verdienen. Jetzt blickt die Welt nach New York, wie die Ära der Abzocker dort beendet wird. Lässt man Versager mit Millionen ziehen? Der österreichische Bawag-Prozess als reinigende Maßnahme könnte durchaus Vorbild sein.