Marko Arnautovic von

"Das ist eindeutig meine Schuld"

Das eigenwillige Talent hat Einsehen und gelobt - wieder einmal - Besserung

Marko Arnautovic - "Das ist eindeutig meine Schuld" © Bild: GEPA/Witters/Groothuis

Rechtzeitig zur traditionellen Schinderei von Werder Bremen auf dem beschaulichen Nordsee-Eiland Norderney, meldet sich Marko Arnautovic in einem "kicker"-Interview zu Wort. Der Werder-Stürmer gibt sich dabei einsichtig und gelobt Besserung. Man kann nur hoffen, dass es diesmal auch wirklich klappt, mit den guten Vorsätzen.

"Es ist viel über mich geschrieben worden. Ich habe im letzten Jahr die Geschichten dazu geliefert. Das ist eindeutig meine Schuld. Ich will mich ändern", sieht das Riesentalent die Schuld diesmal vor allem bei sich selbst. Einen kleinen Seitenhieb kann er sich aber doch nicht verkneifen: "Viele Leute kennen mich nicht richtig. Und sie urteilen zu schnell über mich." Arnautovic dürfte sich aber über seine priviligierte Situation bewusst geworden sein, wenn er sagt: "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht, wie es so schön heißt. Ich will meine Arbeit immer gut machen, wie andere in ihren Jobs auch."

Die Vergangenheit will der Nationalspieler jedenfalls abhaken - auch die miserable Saison der Bremer. "Jetzt ist eine neue Saison. Neue Karten, neues Glück. Ich versuche, das Beste herauszuholen. Ich will einen Neustart, die Mannschaft auch. Ich will persönlich nach vorn kommen und der Elf helfen", sagt ein offenbar hochmotivierter Arnautovic. Und das meint er auch in Richtung Nationalteam: "Wenn ich bei Werder meine Spiele gut absolviere, dann glaube ich, auch wieder eine Einladung zu bekommen." Ob Didi Constantini gleicher Meinung ist, ist fraglich. Arnautovic wäre nicht der erste Spieler, der auch mit guten Leistungen nicht mehr eingeladen wird.

Seine eigene Leistung in der vergangenen Horror-Saison sieht der Offensiv-Künstler dabei durchaus kritisch. "Gerade ausreichend, wie sich das Jahr leider auch für die gesamte Mannschaft gestaltet hat", antwortet der gebürtige Wiener auf die Frage, wie er seine persönliche Spielzeit 2010/2011 benoten würde.

Die Konkurrenz ist groß
Dass sich der SV Werder nicht alleine auf die Auferstehung seines 7,5-Millionen-Einkaufs verlassen möchte, zeigt ein Blick auf den Kader. Angesichts der Konkurrenten Markus Rosenberg, Denni Avdic, Claudio Pizarro und Sandro Wagner, wird sich der Österreicher erst wieder ins Team kämpfen müssen. Vor der Situation fürchtet er sich nicht. "Wir sind fünf Stürmer. Es ist ein Neubeginn. Wir werden sehen, wer im Endeffekt spielt", lautet seine nüchterne Analyse.

Größere Sorgen dürfte den Bremer Verantwortlichen im Moment ohnehin die Defensiv-Abteilung machen. Mit Silvestre, Boenisch (beide Knorpelschaden), Naldo (Zukunft offen), Mertesacker und Sebastian Prödl (beide auf Reha) ist fast die komplette Verteidigung marod. Hinzu kommen noch die hartnäckigen Wechselgerüchte um Marko Marin und Tormann Tim Wiese. Viel zu tun also, wenn man in der Hansestadt wieder im oberen Tabellendrittel landen möchte.