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Verwirrung auf der Mariahilfer Straße

Testbetrieb hat begonnen: Autos fuhren teilweise durch die Fußgängerzone

Mariahilfer Straße neu: Testphase hat begonnen. © Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

In Wien ist der Testbetrieb für eine verkehrsberuhigte Mariahilfer Straße gestartet. Das neue Verkehrskonzept auf Österreichs wichtigster Shoppingmeile ist am Freitag in den Morgenstunden angelaufen. Fußgänger und Radler sollen nun mehr Platz haben, Autos zurückgedrängt werden. In den ersten Stunden des mehrmonatigen Probelaufs blieb gröberes Chaos aus - allerdings nicht zuletzt deshalb, da wegen des Fenstertags generell wenig Getümmel herrschte. Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou sieht die "Nagelprobe" für die "Mahü" Neu ohnehin erst mit Anfang September, dem Ende der Sommerferien, kommen, wie sie am Rande eines Medientermins sagte.

Im Kernbereich zwischen Kirchengasse und Andreasgasse wird eine Fußgängerzone mit Radfahrerlaubnis eingerichtet. Die Randabschnitte bis zum Getreidemarkt bzw. bis zur Kaiserstraße werden zu Begegnungszonen, in denen alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind.

"Wir haben bewusst den Start in diesen verkehrsarmen Tagen gelegt, damit es sich einspielen kann und nicht gleich die toughe Situation vorhanden ist", so die Ressortchefin. Keine allzu schlechte Idee, denn trotz mauer Betriebsamkeit zeigte sich am Vormittag, dass die Wiener die neuen Regelungen noch nicht wirklich intus haben.

Autos fuhren in Fuzo

Immer wieder kurvten Autos in der Fußgängerzone herum, die - Stichwort Cabrio - wohl kaum als Transportfahrzeug durchgehen. Lieferanten dürfen ja die Fuzo zwischen Kirchen- und Andreasgasse bis 13.00 Uhr benützen. Andere verirrte Kfz- und Mopedbenutzer, die von den Seitengassen unerlaubterweise in die Mahü einbiegen wollten, wurden von Polizisten zum Umkehren aufgefordert.

Für breite Ratlosigkeit sorgte zudem die farbliche Busspur auf einem Teil der Fuzo. Diese wurde für den 13A aufgepinselt, damit Konflikte mit Passanten vermieden werden. Viele fragten sich hörbar, ob man auf dem roten Asphaltteppich nun gehen - nein, nur Queren ist erlaubt - oder radeln - ja, in Fahrtrichtung stadteinwärts - darf. Der Begriff Fußgängerzone scheint in diesem Abschnitt fast übertrieben, da die Breite des kolorierten Busstreifens fast die gesamte Fahrbahn einnimmt und somit Passanten erst wieder nur der Gehsteig zum Flanieren bleibt.

Verwirrung um Busspur

Dazu tragen auch Stahlbügel und eine Barriere aus Sitzbänken zwischen 13A-Spur und Gehsteigen bei, die auf Forderung der Buslenker noch kurzfristig installiert worden sind. Sie hatten nämlich Konflikte befürchtet und mit Streik gedroht. Trotz der Trennelemente waren zahlreiche Wiener Linien-Mitarbeiter postiert, um mit gestrengem Blick das Geschehen zu dokumentieren. Dass es in der Fußgängerzone zwei Ampelkreuzungen - ebenfalls für den Bus - gibt, scheint ebenfalls für Verwirrung zu sorgen. "Die rote Ampel hätte trotzdem gegolten", schrie ein Polizist einem Radler nach, der das Stop-Signal sichtbar übersehen hatte.

In den außerhalb der Fußgängerzone angesiedelten Begegnungszonen müssen sich alle Verkehrsteilnehmer die Fahrbahn teilen, was ebenfalls für Unsicherheit sorgte. Fußgänger trauten sich nur wenig auf die Fahrbahn, was vielleicht auch daran lag, dass die erlaubten 20 km/h regelmäßig überschritten wurden. Radler wussten nicht, ob sie jenseits der weißen Markierungslinie - sie begrenzt die Fahrbahn - biken dürfen, Passanten wollten queren und suchten nach dem nicht mehr vorhandenen, weil weggefrästen Zebrastreifen.

Vassilakou: Nachjustierungen möglich

"Ich möchte alle einladen, uns ihre Beobachtungen - insbesondere Punkte, die ihrer Meinung nach nicht optimal gelöst sind - mitzuteilen", stellte Ressortchefin Vassilakou mögliche Nachjustierungen in Aussicht. Davor soll es "in einigen Monaten" noch eine Befragung geben, an der alle Bewohner des sechsten und siebenten Bezirks teilnehmen können. Was man tun werde, wenn Geschäfte - wie von der Wirtschaftskammer befürchtet - ein Umsatzminus melden sollten? "Ich kann ausschließen, dass es Rückgänge geben wird. Sämtliche Erfahrungen weltweit zeigen, dass Einkaufsstraße als Fuzo besser funktionieren als vorher", versicherte sie.

Kommentare

Ich hoffe das das den grünen bei der wahl im september das genick bricht.für so einen schwachsinn 18 millionen euro ausgeben und 400 parkplätze opfern is doch ne frechheit ohnegeleichen.da die vasikuh wird sich noch warm anziehen können wenn die urlaubszeit vorbei ist und alle wieder in wien sind.

Kniesebein Kniese

FuZo: Wo ist das Problem? Da kommt dan hald so ein Zusatzschild dran: "Ausgenommen Linienbusse" und basta!
Es gibt sowas ja häufig: Ausgenommen Anrainer, Ausgenommen Sa-So, Ausgenommen Liefertätigkeit, usw.

Kniesebein Kniese

Sehr gut, das Projekt! Das wertet den Bereich deutlich auf.
Wien erstickt ja sowieso im Verkehrschaos. Jetzt muss man nicht mehr beim Lärm und Gestank der im Stau stehenden Autos einkaufen gehen. Die Einnahmen werden sicher steigen.
Es ist auch ganz wurscht wie im Detail eine FuZo definiert ist, das sind mMn. Haarspaltereien! Die Leute werden sich daran gewöhnen!

Ignaz-Kutschnberger
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Obiges Bild sagt mehr als tausend Worte...ich hör jetzt schon den Aufschrei wenn dann eins dieser 4-Jährigen Kids mit seinem Roller zwischen den Zwillingsreifen vom Bus steckt und dort wie eine reife ROTE Tomate zerquetscht wird...daher vermutlich schon vorahnend ein roter STREIFEN...

Ignaz-Kutschnberger
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Und bitte: Ich finde es nicht fair eine scheinbar ahnungslose überforderte Maria V. hier als Sündenbock und Idiotin herzustellen!!
ABER: Ich frage mich, von welchen Idioten und -innen sie bei der Umsetzung des Projektes beraten wurde ...weil ganz optimal scheint mir das Ergebnis nicht...vor allem diese von Fußgängern und Kleinkindern benutze Busspur!!

strizzi49 melden

Hallo Leute! Wenn Ihr auf der MaHü lustwandelt, benutzt dafür die Busspur !!! In einer Fußgängerzone hat eine Busspur nix zu suchen, denn dann ist es KEINE FuZo mehr! Aber, wenn es KEINE FuZo mehr ist, warum dürfen dann dort keine Autos fahren ???

strizzi49 melden

Und - wie ist in der StVo eine FuZo definiert? Dort steht aber nix von einer darin erlaubten Busspur !!! Wenn diese Busspur also illegal ist, dann geht darauf spazieren, denn sie gibt es ja nicht !!!

11223344 melden

jaja, selber schuld, ihr habt die rote und grüne brut ja gewählt

strizzi49 melden

ICH HABE DIE GRÜNE BRUT NICHT GEWÄHLT !!! UND DIE ROTE AUCH NICHT !!!

Jürgen Zillinger

Naja da wird es sowieso bald krachen....und was Kleinkinder mit dem Fahrrad auf der Busspur zu suchen haben muß mir auch erst wer erklären......

Andreas Gloistein

"Ich kann ausschließen, dass es Rückgänge geben wird." Hört, hört! Zum Glück kann Frau Vassilakou hellsehen. Wohl so ähnlich, wie die Amtskollegen in ihrre Heimat ;-)

aufzeig

Mahü - wie sich das nur anhört, echt primitiv. Mariahilferstraße passt da schon besser und hat Klasse.Einkaufen gehen wir erst wieder dort,wenn dieser Probelauf wegen zu wenig Einnahmen bei den Kaufleuten Probleme macht.

ich finde es eine freichheit , der gehweg auf der mahü ist doch breit genug? unnötig und werh bezahlt das alles? wieder einmal die steuerzahler !
frau vasilaku hat sicher nichts besseres zu tun als so einen schmarrn

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