Mariahilfer Straße:
Anläuten mit Maria Vassilakou

Maria Vassilakou läutet an Türen, um von der Verkehrsberuhigung der MaHü zu überzeugen

von Maria Vassilakou während eines Hausbesuches der Grünen anl. der Umgestaltung der Mariahilfer Straße in Wien © Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

"Oh, hoher Besuch", kommentiert ein Hausbewohner in der Mariahilfer Grabnergasse, der dem kleinen - mit Schokoherzen, Infofoldern und Visualisierungen der fertigen Fußgängerzone ausgerüsteten - Trupp im Stiegenhaus entgegenkommt. "Gibt es noch offene Fragen, können wir etwas zu ihrer Meinungsbildung beitragen?", fragt Verkehrsstadträtin Vassilakou. Nein, denn der 55-Jährige wünscht sich, dass die "Mahü" durchgehend so gebaut wird, wie Vassilakou das vorhat, allerdings mit Haltemöglichkeiten. Radfahrer? Eine Selbstverständlichkeit! Dann wünscht er noch viel Erfolg - und bekommt dafür prompt ein Nougatherz.

Türöffnungsquoten zwischen 30 bis 80%

Jedes Haus ist anders. "Wir kommen auf Türöffnungsquoten zwischen 30 bis 80 Prozent", berichtet Jerusalem der APA, die eine Hausbesuchstour begleitet hat. Wer die Türe öffnet, sei der Idee der Fußgängerzone Mariahilfer Straße meist auch nicht ganz abgeneigt. Sie habe mit deutlich mehr ärgerlichen Reaktionen oder sogar Beschimpfungen gerechnet, gibt die stellvertretende Bezirksvorsteherin zu. Die größte Ablehnung gibt es bei Männern über 60 Jahren, die überraschendste Zustimmung bei Frauen zwischen 45 und 55. Als "grundsätzlich dafür, aber zurückhaltend skeptisch", beschreibt Jerusalem die Einstellung, der sie am häufigsten begegnet.

Wer nicht aufmacht (und kein Bitte-keine-Werbung-Schild hat), der bekommt zumindest einen Hänger, auch in die Briefkästen verteilt Vassilakou höchstpersönlich Flugblätter, auf dem Schwarzen Brett wird ein kleines Plakat angeschlagen. "Es ist knapp", erklärt die Verkehrsstadträtin auch dem nächsten Anrainer, der seine Türe öffnet. "Wenn Sie wollen, dass die neue Mariahilfer Straße bleibt, bitte stimmen Sie unbedingt ab."

Anrainer überrascht

Auch dieser Anrainer zeigt sich angesichts des grünen Teams und der Fotografen der Medien vor seiner Türe überraschend unüberrascht. Zu bemängeln hat er wenig: Nur die rote Busspur hätte man gleich wieder entfernen sollen und eventuell ein Stück so bauen, dass man sich die neue Fußgängerzone tatsächlich vorstellen kann. "Redet auch mit den Nachbarn", bittet Vassilakou abschließend. "Und Schoki gibt es auch!", fällt ihr dann noch ein.

Pro Tag schaffen die Teams aus Bezirksräten, Wahlhelfern oder Aktivisten rund 1.000 Haushalte. Diesmal bleiben allerdings fast alle Türen in der Grabnergasse geschlossen: "Nicht unser Glückshaus", kommentiert Vassilakou. Die Semesterferien. Normalerweise dauert eine Tour mindestens zwei Stunden und beinhaltet wenigstens drei Häuser. Am häufigsten wollen die Menschen Visualisierungen sehen und ein Versprechen, dass es auch künftig Halte- und Lademöglichkeiten gibt.

"Das wünscht sich auch der 7. Bezirk", erklärt Vassilakou. Hält die Fußgängerzone, wird das eine der Änderungen sein. Auch eine Wiedereinführung von Zebrastreifen in den Begegnungszonen vor allem für ältere Menschen und Kinder werde man sich "ganz genau ansehen". Die grünen Teams verbuchen die Hausbesuche als Erfolg. "Man kann sagen: In Mariahilf wohnen sehr freundliche Menschen", so Jerusalem.

Kommentare

Täglich ist die Wiener Tangente verstopft, aber die Frau "Witzebürgermeisterin", zuständig für Verkehr, kümmert sich NUR um MAHÜ und FUZO. Abgase auf der Praterbrücke sind "nicht schädlich", bei einer Brücke über die Lobau aber schon? (Wien hat überwiegend Westwetter). Jährlich fahren über den Glockner zig 1.000e Autos. Mit oder ohne Straße ist in dieser Region die sensible Natur überall gleich.

Cherie60 melden

Wer nicht aufmacht, bekommt einen Hänger - super, obwohl die Frau Vizebürgermeisterin weiß, dass in den Semesterferien viele verreist sind, markiert sie die Türen, damit Einbrecher dann wissen, wo niemand zu Hause ist! Hoffentlich hat sie auch Schoki hingehängt, damit die ungebetenen Gäste etwas zum Naschen haben....

christian95 melden

Die Wiener verdienen nichts anderes! Die Wiener haben sich diese Leute selber gewählt.

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Sie muss rennen und nett sein um das Projekt gut zu heißen,wird das Projekt abgelehnt muss Sie den Hut nehmen.Kismet!

Anläuten kann Sie ja,

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