Maria Vassilakou von

"Rot-Grün auch im Bund"

Vizebürgermeisterin Vassilakou sieht Wien als Vorbild für den Bund

Maria Vassilakou - "Rot-Grün auch im Bund" © Bild: APA/Hochmuth

Wien als Vorbild für ganz Österreich: Die Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou wünscht sich nach der nächsten Nationalratswahl Rot-Grün auch im Bund. Die derzeit praktizierte "unsägliche Wadlbeißerei" würde dadurch beendet werden, zeigte sie sich im Interview mit der APA überzeugt. Sie verwies jedoch auf den Umstand, dass sich eine rot-grüne Koalition rechnerisch wohl nicht ausgehen dürfte.

"Das Problem liegt noch in der Arithmetik", so Vassilakou. Eine Zusammenarbeit mit dem BZÖ kommt für sie aber trotzdem nicht in Frage.

"Rot-Grün ist jenes Modell, das in den nächsten Jahren die höchste Reformkraft entwickeln könnte. Es wäre die einzige Regierungsform, die den Stillstand überwinden würde", beteuerte die Grün-Politikerin: "Weil es ist genau jener Stillstand und Verlust der Glaubwürdigkeit, aus dem sich die FPÖ derzeit nährt."

Entweder oder
Sie sei persönlich eine Anhängerin der These, "dass es gut ist, eine klare Perspektive vor einer Wahl zu vermitteln". Wobei sie davor warnte, zu glauben, man wähle Rot-Grün: "Man wählt am Ende entweder die Grünen oder die SPÖ und es macht einen riesigen Unterschied." Denn eine Stimme für die SPÖ könne eine Stimme für die Prolongierung des jetzigen Zustands sein.

Eine mögliche Dreierkoalition unter Beteiligung des BZÖ hält sie für "ausgeschlossen": "Wie soll man sich eine Konstellation vorstellen, in der ein Ewald Stadler und ein Peter Westenthaler dabei sind und gleichzeitig auch die Grünen. Das wäre absurdes Theater, kein Regieren."

Konfliktträchtige Themen ziehen mehr
Eher kritisch sieht Vassilakou die Diskussionen der vergangenen Wochen - etwa die Debatten um den Vorschlag von Parteichefin Glawischig, Zigarettenautomaten abzumontieren. Offenbar liege es in der Natur der Dinge, dass konfliktträchtige Themen mehr für Aufmerksamkeit sorgen als Konsensthemen.

In Wien läuft es laut Vassilakou mit dem Partner, der Wiener SPÖ, gut: Es gebe Reformwillen, den Willen, sich aufeinander zuzubewegen und eine Kultur des Umgangs miteinander, die von gegenseitigen Respekt getragen werde.