Maria Riesch dominiert auch neue Saison:
Deutsche holt sich Sieg im Slalom von Levi

Michaela Kirchgasser als beste Österreicherin Fünfte Marlies Schild fährt bei Comeback auf tollen 6. Platz

Maria Riesch dominiert auch neue Saison:
Deutsche holt sich Sieg im Slalom von Levi © Bild: AP/Stig

Die Deutsche Maria Riesch vor der US-Amerikanerin Lindsey Vonn (0,08 Sekunden zurück) und der Finnin Tanja Poutiainen (1,16) - der Damen-Slalom in Levi hat mit dem Sieg der Verteidigerin im Disziplinweltcup vor der Gesamtsiegerin und der Lokalmatadorin geendet und damit keine große Überraschung gebracht. Doch nur ein kleines Stück entfernt vom Stockerl lächelte Marlies Schild, sie sorgte für ein Glanzlicht im ersten Saisontorlauf nördlich des Polarkreises. Bei ihrem Comeback platzierte sich die Salzburgerin unmittelbar hinter Teamkollegin Michaela Kirchgasser an hervorragender sechster Stelle.

Als Siebente nach dem ersten Durchgang nahm Schild den Finallauf in Angriff, nachdem sie im Ziel abgeschwungen hatte, leuchtete die "1" auf der Anzeigetafel auf. Die Slalom-Weltcupsiegerin von 2007 und 2008 riss die Arme in die Höhe - fast ein wenig ungläubig: "Über die Fahrt brauchen wir nicht reden, ich hatte da überhaupt kein Gefühl irgendwie. Aber jetzt im Ziel, das ist wirklich ein super Gefühl. Ich bin sehr, sehr zufrieden", erzählte die 28-Jährige. Speziell vor dem ersten Durchgang sei sie sehr nervös gewesen. "Das war nicht so wie in den letzten Jahren am Start", beschrieb die Lebensgefährtin von Benjamin Raich, der am Sonntag im Einsatz ist.

Die Hoffnung von Schild waren zwei solide Läufe gewesen, und die hat die Österreicherin auf der harten Piste "Levi Black" gebracht. Alpinchef Hans Pum hatte bereits nach dem ersten Auftritt im Zielraum bewundernd gemeint: "Für sie war das ein Wahnsinnslauf." Das Halbzeitresümee der Läuferin war etwas verhaltener, aber man merkte ihr die Erleichterung an. "Es war ein dosierter Lauf, nicht so kompromisslos wie früher. Ich muss mich langsam wieder herantasten." Früher, das war vor dem 9. Oktober 2008, als sich Schild im Training auf dem Rettenbachferner bei Sölden einen Trümmerbruch sowie einen Bruch des Schienbeinkopfes im linken Unterschenkel zugezogen hatte.

Enttäuschender ÖSV-Durchschnitt
Nach den Ausfällen von Nicole Hosp (verletzt) und Kathrin Zettel (krank) stach auch der fünfte Platz von Kirchgasser aus rot-weiß-roter Sicht sehr positiv in der Ergebnisliste hervor. "Die Platzierung passt. Im Training klappt es ja oft gut, jetzt bräuchte ich halt auch einmal zwei gute Trainingsläufe im Rennen", wusste die Läuferin, dass es in der Vergangenheit einfach oft an der Umsetzung gehapert hatte.

Sieben der neun Läuferinnen des jungen österreichischen Teams waren im ersten Durchgang auf der Strecke geblieben. Die ursprünglich als 21. geführte Carmen Thalmann wurde nach Lauf eins wegen Torfehlers auf den ersten paar Fahrsekunden disqualifiziert, Bernadette Schild klassierte sich als 32., Simone Streng kam auf Rang 35, Anna Fenninger auf 38, Alexandra Daum auf 42, Eva-Maria Brem auf 46 und Verena Höllbacher auf 58.

Riesch "doppelt" erfolgreich
Im Hause Riesch gab es doppelten Grund zum Feiern, Marias Schwester Susanne war Vierte geworden und hatte ihr bestes Weltcupergebnis erreicht. "Ich bin so glücklich, dass ich gewonnen habe. Es war heute nicht leicht, zu fahren, nach der vergangenen Saison, die perfekt im Slalom war, waren meine Erwartungen sehr hoch - und die der anderen auch. Ich hatte zuletzt aber nicht das beste Gefühl und bin nicht mit so großem Selbstvertrauen angereist", erzählte Maria Riesch. Doch in den vergangenen zwei Tagen habe sie beim Training in Levi wieder ein besseres Gefühl bekommen. "Ich bin sehr zufrieden, mein Ziel war ein Platz in den Top-Fünf gewesen. Maria hatte ein großartiges Rennen und ich freue mich für sie", gratulierte Vonn ihrer Freundin und Markenkollegin.

Gesamtwertung:
1. Maria Riesch GER 1:48,71 53,92 54,79
2. Lindsey Vonn USA 1:48,79 +0,08 54,14 54,65
3. Tanja Poutiainen FIN 1:49,87 +1,16 54,64 55,23
4. Susanne Riesch GER 1:50,04 +1,33 54,89 55,15
5. Michaela Kirchgasser AUT 1:50,32 +1,61 54,88 55,44
6. Marlies Schild AUT 1:50,35 +1,64 55,10 55,25
7. Katharina Dürr GER 1:50,39 +1,68 55,38 55,01
8. Sarka Zahrobska CZE 1:50,69 +1,98 55,40 55,29
9. Fanny Chmelar GER 1:51,15 +2,44 55,94 55,21
10. Ana Jelusic CRO 1:51,62 +2,91 55,17 56,45
11. Frida Hansdotter SWE 1:51,63 +2,92 55,80 55,83
12. Tina Maze SLO 1:51,69 +2,98 55,80 55,89
13. Chiara Costazza ITA 1:51,82 +3,11 56,21 55,61
14. Marie-Michele Gagnon CAN 1:51,83 +3,12 56,32 55,51
. Mona Löseth NOR 1:51,83 +3,12 55,66 56,17
16. Anna Goodman CAN 1:51,90 +3,19 55,78 56,12
17. Brigitte Acton CAN 1:52,09 +3,38 56,06 56,03
18. Therese Borssen SWE 1:52,14 +3,43 55,50 56,64
19. Rabea Grand SUI 1:52,17 +3,46 56,15 56,02
20. Nina Löseth NOR 1:52,21 +3,50 56,01 56,20
21. Hailey Duke USA 1:52,30 +3,59 56,29 56,01
. Manuela Mölgg ITA 1:52,30 +3,59 56,07 56,23
23. Kaylin L. Richardson USA 1:52,31 +3,60 55,95 56,36
24. Anja Pärson SWE 1:52,41 +3,70 54,86 57,55
25. Nika Fleiss CRO 1:52,42 +3,71 55,74 56,68
. Sanni Leinonen FIN 1:52,42 +3,71 55,71 56,71
27. Marusa Ferk SLO 1:52,73 +4,02 56,23 56,50
28. Barbara Wirth GER 1:52,86 +4,15 55,91 56,95
29. Kristiina Rove FIN 1:53,37 +4,66 56,03 57,34

(apa/red)