Margrethe von Dänemark von

40-jähriges Thronjubiläum

Gut gelaunt lässt sich die beliebte Königin von ihren Untertanen ordentlich feiern

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    Königin Margrethe winkt vom Balkon von Schloß Amilienborg. Prinz Hendrik freut sich mit der Gattin.

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    Für die Zukunft ist gesorgt: Prinzessin Marie, Prinz Joachim, Kronprinzessin Mary und Kronprinz Frederik mit ihren zahlreichen Kindern

Sie malt, zeichnet, entwirft Bühnenbilder - und sitzt seit 40 Jahren auf dem Thron der ältesten Monarchie Europas. Königin Margrethe II. von Dänemark feierte in diesen Tagen ihr Thronjubiläum und erweckt den Anschein, als wolle sie noch einmal 40 Jahre drauflegen. Stets frisch und gut gelaunt zeigt sich die eigenwillige 71-Jährige, die Kostüme in knalligen Farben und freche Hüte ebenso wie das Rauchen liebt, in der Öffentlichkeit.

Keine Spur mehr ist heute zu erkennen von der schüchternen jungen Frau, die am 14. Jänner 1972 zur Königin gekrönt wurde. Damals war die älteste der drei Töchter von König Frederik IX. und Prinzessin Ingrid von Schweden noch voller Trauer um den Tod ihres Vaters. Als sie den Thron bestieg, war die 31-jährige Margrethe schon mit dem französischen Grafen Henri de Laborde de Monpezat verheiratet, der in Prinz Henrik umbenannt wurde. Das Paar hatte bereits zwei Söhne, den damals vier Jahre alten Frederik und den dreijährigen Joachim.

Intellektuelle, moderne Monarchin
Dänemark erhielt mit Margrethe eine intellektuelle, sprachgewandte, kreative und moderne Frau als Königin. 1981 übersetzte sie mit Unterstützung ihres Mannes das Werk "Alle Menschen sind sterblich" von Simone de Beauvoir ins Dänische. Sie illustrierte die 2002 in Dänemark erschienene Ausgabe des Klassikers "Herr der Ringe" von J.R.R. Tolkien. Sie entwarf die Kostüme und Bühnenbilder von Theaterstücken und Fernsehserien. Und sie wurde mit ihren Malereien in renommierten Galerien in Dänemark wie im Ausland ausgestellt.

"Königin der Raucher"
Ihre inzwischen schlohweißen Haare bindet Margrethe wie eine Bilderbuch-Oma zu einem straffen Dutt. Doch mit ihrer bunten Kleidung und dem roten Lippenstift, der gegen ihre strahlend blauen Augen anleuchtet, wirkt die dänische Königin alles andere als großmütterlich. Das viele Rauchen, das die Zähne der Monarchin über die Jahre gelber tönte, nehmen ihr die Untertanen nicht übel. Über starke Raucher heißt es in Dänemark mittlerweile, sie qualmten "wie Königin Margrethe".

Äußerst beliebt bei Untertanen
Die Dänen lieben ihre schrille Königin, die von Freitag bis Sonntag bei verschiedenen Feierlichkeiten geehrt wurde. Dänemark sei die beliebteste Monarchie Europas, sagt Lars Hovbakke Sörensen von der Universität Kopenhagen. Er verweist auf eine im Dezember veröffentlichte Umfrage, nach der fast acht von zehn Dänen sagten, sie unterstützten die mehr als tausend Jahre alte Monarchie. Die Untertanen schätzten es, dass Margrethe II. eine alternde Monarchie modernisiert und den gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst habe, sagt Sörensen.

Nicht immer zurückhaltend
Dass die Königin sich nicht immer an die Regel der politischen Zurückhaltung hält, auf die in der konstitutionellen Monarchie Dänemark großen Wert gelegt wird, hat ihr aber auch Kritik eingebracht. Diese konterte sie in einem Interview einmal mit den selbstkritischen Worten, sie müsse zwar darauf verzichten, ihre Gedanken zu äußern - "aber auch andere täten manchmal gut daran". 1984 wurde sie beim Thema Fremdenfeindlichkeit deutlich und verurteilte "dumme Bemerkungen" und "Kälte" ihrer Landsleute gegenüber Einwanderern. Meist jedoch belässt sie es bei der Kunst der Anspielung.

"Werde auf dem Thron bleiben, bis ich runterfalle"
Trotz aller Beliebtheit Margrethes freuen sich die Dänen offenbar bereits darauf, wenn Kronprinz Frederik den Thron besteigt. Laut einer Umfrage von Anfang Jänner hofft eine Mehrheit der Bevölkerung, dass die Königin in den kommenden fünf bis zehn Jahren zu Gunsten ihres Sohnes abdankt. Das sie freiwillig in Rente geht, ist jedoch unwahrscheinlich. Erst kürzlich sagte Margrethe II.: "Ich werde auf dem Thron bleiben, bis ich runterfalle."