Marek besorgt über weibliche Abgeordnete:
Anteil im Nationalrat sinkt nun "dramatisch"

Ablehnung von Prammer-Vorschlag für Abstrafung Appell an die verantwortung an eigene Verantwortung

Marek besorgt über weibliche Abgeordnete:
Anteil im Nationalrat sinkt nun "dramatisch" © Bild: APA/Hans Klaus Techt

Wirtschaftsstaatssekretärin Marek hält die sich abzeichnende desaströse Frauenquote - nach derzeitigem Stand ist bei 183 Sitzen mit gerade einmal 51 weiblichen Abgeordneten zu rechnen - im kommenden Nationalrat für "dramatisch". Es sei schlimm, denn das Parlament sollte ja einen Querschnitt der österreichischen Bevölkerung darstellen, erklärte Marek.

Von einer von Nationalratspräsidentin Prammer als Möglichkeit ins Spiel gebrachte Regelungen über die Klubförderung hält Marek aber nichts: "Über die Klubförderung abzustrafen würde ich ablehnen".

Probleme der Umsetzung
Prammer müsste auf den Tisch legen, wie sie sich das konkret vorstellt. Denn die Umsetzung sei schwierig: Selbst wenn man ein Reißverschlusssystem bei der Listenerstellung mache, könne man "Pech haben". Denn man könne von vornherein nie sagen, von welchen Listen im Endeffekt welche Mandate kommen.

Marek plädiert dafür, dass "jede moderne Partei" auch selbst auf ihren Frauenanteil schauen müsse. Es werde "auf jeden Fall eine Herausforderung für die ÖVP", auf allen Ebenen Frauen stärker zu platzieren. Die Staatssekretärin verwies darauf, dass es aber "gar nicht so einfach" sei, Frauen für die Parteiarbeit zu gewinnen. Viele würden sagen, "das tue ich mir nicht an".

Keine einheitliche Linie
Bezüglich der aktuellen Situation im Koalitionspoker erklärte Marek, jetzt müsse man einmal schauen, "was möglich ist". In der ÖVP gebe es eben noch keine einheitliche Linie, ein Teil sei für die Opposition, ein Teil für Rot-Schwarz und ein weiterer für andere Optionen. Es sei jedenfalls "essenziell", dass Parteiobmann Pröll auch intern Gespräche führe. "Wir sind ja nicht eine Partei aus zehn Leuten", es gehe darum, dass man versucht, alle ins Boot zu holen.

Ihre persönliche Präferenz wollte Marek zwar nicht konkret verraten ("Etwas, was fünf Jahre lang hält"). Sie denke aber an ein Team aus "möglichst zwei Parteien", mit drei Parteien wäre es "sehr mühsam". Auch sei Schwarz-Blau-Orange aus Europasicht "schwierig"; darüber hinaus wisse man nicht, "wie verlässlich das ist".
(apa/red)