Marcel Hirscher von

Dieser Mann ist urlaubsreif

Weltcupsieger hat noch ein paar letzte Termine - aber dann geht es ab in den Süden

Marcel Hirscher © Bild: APA/Hochmuth

Bevor es für Marcel Hirscher am Sonntag in den Urlaub geht, hat der Weltcup-Gesamtsieger noch einige Presse- und Sponsorentermine zu absolvieren. Einer davon führte den Salzburger Skistar nach Wien, wo er für seinen Hauptsponsor Raiffeisen Rede und Antwort stand. Er sei stolz auf das Geleistete, aber auch müde von der fordernden Saison, sagte Hirscher. "Es ist cool, dass wieder so viele tolle Leistungen entstanden sind. Jetzt hat sich der Körper eine Auszeit nicht nur verdient, er fordert auch Erholung", erklärte der 24-Jährige.

Vor dem Badeurlaub mit Freundin Laura absolviert der Salzburger aber noch weitere öffentliche Auftritte. Am Mittwoch ist er im Ö3-Wecker zu Gast, am Freitag fährt er mit Großkunden seines Kopfsponsors am Kitzsteinhorn Ski und am Samstagabend steht er gemeinsam mit seinem bayrischen Rivalen und "Spezi" Felix Neureuther im ZDF-Sportstudio vor der Kamera.

Das Handy wird abgedreht

Erst danach folgen 10 bis 14 Tage Erholung im Warmen. "Ich werde die Seele baumeln lassen, das Handy abdrehen und die Zweisamkeit genießen", sagte der Slalomweltmeister, der in 20 Weltcup-Saisonrennen 18 Podestplätze herausgefahren hat. Das hätte er sich vor Saisonbeginn nicht erträumen lassen, so Hirscher. Eine derartige Serie sei nur schwer zu wiederholen. "Ich gehe nicht noch einmal davon aus. Das verwundert mich selber, bitte seid mir nicht böse, wenn ich den Schnitt von 76 Weltcuppunkten pro Rennen nicht mein Leben lang halten kann."

Erst im Urlaub werde er Zeit finden, intensiv über die Saison nachzudenken. "Ich brauche immer sehr lange, um das alles zu verarbeiten", sagte Hirscher. Die vielen Erfolge seien keineswegs selbstverständlich, es stecke sehr viel Arbeit dahinter, bekräftigte der Annaberger. "Man wird erfolgsverwöhnt, es hat alles den Anschein der Selbstverständlichkeit und des Easy-goings, aber es gibt immer wieder Rätsel und neue Herausforderungen", sagte Hirscher im Szenetreff "Platzhirsch" nahe der Staatsoper.

Diese Location sei bewusst ausgesucht worden, führte Raiffeisen-Werbechef Leodegar Pruschak aus. "Marcel Hirscher ist aufgrund seiner Erfolge zum Platzhirsch im Skiweltcup geworden und in einem Atemzug mit Karl Schranz, Hermann Maier und Stefan Eberharter zu nennen", meinte Pruschak und gratulierte seinem Zugpferd zu einer "Traumsaison" mit vielen Superlativen.

"Sport-Liebling der Nation"

Geradezu traumhaft sind auch Hirschers Werbewerte. Man habe in diesem Winter 400 TV-Minuten sowie 1.000 Presseartikel mit Bildern gezählt. Zudem sei Hirscher ein "Onlinestar" mit 210.000 Facebook-Freunden. "Marcel Hirscher ist der Sportliebling der Nation und für uns der ideale Werbepartner", erläuterte Pruschak, der noch bis Juli 2015 einen Vertrag mit Hirscher hat. Eine Zusammenarbeit darüber hinaus, ähnlich lange wie mit Hermann Maier und Thomas Muster, wird angestrebt.

Hirscher selbst findet es irgendwie surreal in einer Reihe mit Allzeitgrößen wie Schranz und Maier genannt zu werden. "Das übertrifft alles, was ich mir in meiner Karriere je vorgenommen habe. Realisieren werde ich das aber erst, wenn ich einmal nicht mehr im Skizirkus sein werde."

An die kommende Olympiasaison hat Hirscher noch nicht viele Gedanken verwendet. Vorerst gelte es einmal die Batterien aufzuladen. Ob er im kommenden Winter öfter im Super-G antreten wird, sei noch offen. "Ich weiß es nicht, heute kann ich das nicht beantworten", meinte der Annaberger und verwies auf den zusätzlichen Zeitaufwand. "Man muss sich anschauen, ob der zusätzliche Aufwand gerechtfertigt wäre und ob man dem Ganzen standhalten kann."

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Vorerst stehen aber der Urlaub, danach Skitests und das Sommertraining an. Neben der Vorbereitung werde er aber sicher auch Zeit für seine Hobbys Motocross- und Kajakfahren finden, ist sich Hirscher sicher. Auch das Sommersportgeschehen will er mitverfolgen. "Die Formel 1 ist in den letzten drei, vier Jahren wieder sehr spannend geworden. Und auch das Champions-League-Finale und Tennis werde ich mir anschauen. Fad wird mir sicher nicht werden", sagte Hirscher, der am Abend auch noch der Stargast der "Bikini-Gala" des Sportmagazins im Museumsquartier war.

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