Ski Alpin von

Marcel Hirscher gewinnt
Riesentorlauf von Val d'Isere

Österreicher siegt vor Fanara und Luitz. Ligety im ersten Durchgang out.

Marcel Hirscher © Bild: APA/EPA/Christophe Karaba

Marcel Hirscher hat zum dritten Mal den Weltcup-Riesentorlauf in Val d'Isere gewonnen. Nachdem Topfavorit Ted Ligety (USA) schon im ersten Durchgang ausfiel, setzte sich der Österreicher auf dem steilen Eishang 0,76 Sekunden vor dem Franzosen Thomas Fanara sowie 1,09 vor dem Deutschen Stefan Luitz durch und feierte seinen 20. Weltcupsieg. Hirscher führt damit im RTL-Weltcup.

Sechs Tage nachdem Ligety beim US-Heimrennen in Beaver Creek die Konkurrenz noch deklassiert hatte, ergab sich bei der Rückkehr nach Europa wie erwartet ein etwas anderes Bild. US-Coach Forest Carrey hatte zwar versucht einen halbwegs zügigen ersten Lauf in den steilen und eisigen Hang auf der "Face" zu setzen, zwischen den dennoch engen Toren entwickelte sich aber ein "wildes" Rennen mit Vorteilen für die Super-Techniker. Auch Bode Miller, zuletzt noch zweiter hinter Ligety, stürzte früh. Unglücklich war das Aus für Aksel Lund Svindal. Am Ski des norwegischen Kraftpaketes brach eine Bindungsschraube.

Ligety riskierte einen Tick zu viel

Ligety hingegen wurde Opfer seiner Angriffslust. Der Weltmeister attackierte einen Tick zu viel, rutschte aus und musste bei klarer Führung seinen ersten RTL-Ausfall seit 21. Februar 2009 (Sestriere) hinnehmen. "Ich war beim Übergang zu gerade dran", erklärte der Amerikaner. An seinem Trainer hatte er nichts auszusetzen. "Das war ohnehin der weiteste Kurs, der hier jemals gesetzt wurde."

Wie erwartet wurde nach dem Ligety-Aus das Rennen zum Kampf zwischen Hirscher und Alexis Pinturault. Der Franzose legte zunächst mit Bestzeit vor, Hirscher parkte sich zur Halbzeit hinter Pinturault und dem deutschen Vorjahres-Zweiten Luitz auf Platz drei ein. "Es ist brutal eisig, ich habe mich kaum derhalten", klagte Hirscher da noch.

Hirscher: "Volle Attacke" im 2. Durchgang

"18 Meter Torabstand, das waren vor sechs Jahren noch lange Züge im Slalom", hatte Hirscher zudem noch festgestellt, für das Finale aber auch "volle Attacke versprochen". Und so geschah es. Der Annaberger griff kompromisslos an, um die Chance nach dem Ligety-Aus am Schopf zu packen. Bis auf einen Schreckmoment, als er mit der Hand an einem Tor hängen blieb und kurz quer stand, gelang dies fast perfekt.

Es reichte, auch weil Pinturault kein zweiter perfekter Lauf mehr gelang. Während der Franzose auf Platz vier zurückfiel, feierte Hirscher mit dem 20. Weltcupsieg ein kleines Jubiläum, das ihm mit 20 Punkten Vorsprung auch die Führung im RTL-Weltcup einbrachte.

"Es ist saugeil, wenn es funktioniert"

"Wenn es eisig und aggressiv ist, muss man selbst noch böser sein als die Strecke. Das habe ich im ersten zu locker gesehen", erklärte Hirscher, warum er im Finale so mächtig nachgelegt hatte. "Es war ein richtiger Kampf von oben bis unten. Aber es ist saugeil, wenn es funktioniert", freute sich Hirscher über seinen bereits zweiten Saisonsieg nach dem Erfolg im Levi-Slalom. Damit stieß der Österreicher vor dem Slalom am Sonntag auch in der Gesamtwertung hinter Svindal auf Platz zwei vor.

Klar, dass Hirscher nach der Verzweiflung über Ligetys Überlegenheit diesmal mit sich zufrieden war. "Punkto Kampfgeist und Einsatz ist dieser Sieg sehr weit vorne einzuordnen", stellte er fest. Zu seinem Fehler meinte er: "Das Gute am Steilen ist, dass man auch Fehler machen kann." Zu Ligety: "Es ist schwer zu sagen, wie weit er zu schlagen gewesen wäre. Der Sieg gibt aber Kraft und Mut."

Raich als 15. zweitbester Österreicher

Die meisten der jungen Österreicher, die in Frankreich aufgeboten wurden, mussten der schweren Strecke Tribut zollen. Zudem vergab Philipp Schörghofer mit einem Riesen-Steher im Finale einen besseren Platz als den 24. So blieb es Benjamin Raich vorbehalten, auf der Strecke, auf der er einst Vizeweltmeister geworden war, als 15. zweitbester ÖSV-Fahrer zu sein. "Das war aber die Kategorie weniger gut. Ich habe keine gute Linie gefunden", gab sich der Routinier aus Tirol selbstkritisch.

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Jetzt ist er schon wieder Goschat.

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