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Marc Janko erfährt im Nationalteam
"komplett andere Wertschätzung"

Torschütze beim 1:1 Österreichs gegen Uruguay kennt zwei verschiedene Welten

Marc Janko dankt nach dem Länderspiel Österreich gegen Uruguay © Bild: GEPA pictures/ Christian Walgram

Marc Jankos Bilanz im österreichischen Nationalteam steht im krassen Gegensatz zu jener bei Trabzonspor. Während es der Stürmer beim türkischen Verein in eineinhalb Jahren gerade einmal auf 28 Pflichtspiele und vier Tore brachte, gelang ihm mit seinem Treffer beim 1:1 am Mittwoch im Testspiel in Klagenfurt gegen Uruguay sein 17. Tor im 38. Länderspiel. Eine stolze Quote.

Die starken Leistungen für Rot-Weiß-Rot haben viel mit dem Wohlfühlfaktor in der ÖFB-Auswahl zu tun. "Es ist eine komplett andere Wertschätzung, die ich im Nationalteam erfahre, vom Trainerteam, von den Mitspielern. Ich komme wie ein anderer Mensch hierher. Es tut immer gut, im Nationalteam zu sein, es ist immer schön, mit den Jungs Zeit zu verbringen", erklärte Janko erfreut nach dem Remis.

Weniger angenehm ist die aktuelle Lage bei Trabzonspor. Vor eineinhalb Wochen erzielte der 30-Jährige als Einwechselspieler das Siegestor gegen Kayserispor und spielte danach in der Europa League bei der Pleite gegen Juventus über die komplette Distanz. Die darauffolgende Meisterschaftspartie sah Janko dann wieder von der Tribüne aus. "Ich kann das nicht nachvollziehen. Man muss mit allem rechnen", sagte der Goalgetter.

Janko mit dem Remis zufrieden

Janko und Lugano im Länderspiel Österreich gegen Uruguay
© GEPA pictures/ David Rodriguez Anchuelo Janko führte Österreich in Klagenfurt als Kapitän an

Immerhin flog Janko mit dem positiven Gefühl zurück in die Türkei, gegen eine Spitzenmannschaft ein achtbares Resultat erzielt zu haben. "Wir haben gegen die Nummer sieben der Weltrangliste gespielt, da kann man mit dem Punkt gut leben", betonte der Niederösterreicher.

Etwas im Magen lag Janko ebenso wie Teamchef Marcel Koller aber der Rückfall nach der Pause. "In der ersten Hälfte haben wir es geschafft, die Uruguayer früh unter Druck zu setzen. Sie haben nur weite Bälle spielen können, nicht von hinten heraus kombinieren, daher waren sie nahezu nicht gefährlich. In der zweiten Hälfte hat sich das Spiel ein bisschen gedreht", analysierte der Stürmer.

»Können eine Mannschaft von diesem Format nicht 90 Minuten dominieren«

Das hatte wohl auch damit zu tun, dass die Kicker die Anweisung von Teamchef Marcel Koller - sich nach der Führung zurückzuziehen und den Gegner zu kontrollieren - nicht umsetzen konnten. "Wir sind noch nicht so weit, dass wir eine Mannschaft von diesem Format 90 Minuten dominieren können. Daran arbeiten wir", erklärte Janko.

Ähnlich äußerte sich Zlatko Junuzovic. "Nach dem 1:0 haben wir probiert, uns ein bisschen fallen zu lassen, auf Konter zu agieren. Teilweise ist das gut gegangen, aber nicht zu 100 Prozent. Wir haben noch ein bisschen Probleme, wenn wir das Spiel dem Gegner überlassen. Momentan tun wir uns leichter, wenn wir den Gegner unter Druck setzen. Aber wir sind auf gutem Weg", erklärte der Legionär von Werder Bremen und sprach von einem "Resultat, mit dem wir leben können".

Arnautovic spricht von "Weltklasse"

Dieser Meinung war auch Marko Arnautovic, der die Leistung der ÖFB-Auswahl in der ersten Hälfte als "Weltklasse" bezeichnete. "Jeder Spieler wollte in der zweiten Hälfte so weitermachen wie in der ersten, aber manchmal geht es nicht. Doch insgesamt war es okay. Wir haben gegen die Nummer sieben der Welt bestanden."

Bei Aleksandar Dragovic überwog nach der Partie ebenfalls die Zufriedenheit über einen Achtungserfolg gegen den WM-Starter und regierenden Copa-America-Champion. "Es ist kein Schande, gegen Uruguay 1:1 zu spielen", betonte der Abwehrspieler, der am Donnerstag zurück zu seinem Club Dynamo Kiew flog.

Die angespannte Situation in der Ukraine sieht der Wiener gelassen. "Ich freue mich auf meine Kollegen und werde auf dem Maidan spazieren gehen. Wie es mit der Liga weitergeht, werde ich dann sehen", sagte Dragovic. Der Auftakt zur Frühjahrsmeisterschaft ist in der Ukraine bis auf Weiteres verschoben, und weil sich Dynamo bereits aus der Europa League verabschiedet hat, droht Dragovic nun eine längere Phase ohne Pflichtspiele.

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