Marc Janko macht sich selber keinen Druck:
Griff nach dem Goldenen Schuh wird schwer

"Es wird sehr, sehr schwer - nahezu unmöglich" Luft nach Meistertitel "schon etwas draußen"

Marc Janko macht sich selber keinen Druck:
Griff nach dem Goldenen Schuh wird schwer © Bild: Reuters/Törnström

39 Tore in der Fußball-Bundesliga haben ihn zu einem europaweit beachteten Stürmer gemacht. In Monaco ist das ein wenig anders, dort ist Marc Janko nicht der große Star. Der Angreifer von Red Bull Salzburg genießt sein freies Wochenende beim Klassiker der Formel 1 - völlig gelassen und entspannt. Druck will sich der 25-Jährige nach dem Gewinn des Meistertitels trotz der Jagd nach Torrekorden und "Goldenem Schuh" keinen machen.

Vom Flair des Fürstentums zeigte sich Janko dagegen angetan. "Man sieht unglaublich viele Stars. Es ist das Topevent der Formel 1, keine Frage", erklärte Janko im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Selbst zählt er sich allerdings trotz seines Erfolges noch nicht zu den Prominenten, die sich auf den Yachten im Hafen tummeln. "Ich sehe mich nicht so, dass ich hier dazugehöre. Ich bin in dem Sinn kein Star", versicherte Janko.

Zur Formel 1 hat es den Torjäger zum zweiten Mal verschlagen. 2005 war er kurz nach seinem Wechsel zu Salzburg mit der ganzen Mannschaft in Magny-Cours gewesen. "Das hier ist aber völlig anders, eine ganz andere Dimension", meinte Janko. Als Hardcore-Fan outete sich der Niederösterreicher zwar nicht, standesgemäß drückt er aber Red Bull die Daumen. Seine Prophezeiung: "Es wird ein Regenrennen - und dann fährt Sebastian Vettel allen um die Ohren."

Jagd nach dem Goldenen Schuh
Vor zwei Wochen in Barcelona hatte Samuel Eto'o dem Formel-1-Zirkus einen Besuch abgestattet. Der Kameruner ist Jankos größte Rivale im Kampf um den "Goldenen Schuh" für Europas besten Torjäger, lag vor dem Abendspiel Barcas am Samstag gegen Osasuna nur einen halben Punkt zurück. Dazu hat Eto'o in Spanien ebenso wie Diego Forlan (2,5 Punkte zurück) noch ein Spiel mehr und den besseren Tor-Koeffizienten - 2,0 gegenüber 1,5 in Österreich.

"Es wird sehr, sehr schwer - nahezu unmöglich", meinte Janko. Unglücklich mache ihn das aber nicht. "Ich bin gemeinsam mit Toni Polster (39 Tore 1986/87, Anm.) schon der zweitbeste Torschütze in der Geschichte der Bundesliga. Alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe", betonte der 1,96-m-Mann. Die ewige Bestmarke von Hans Krankl 1977/78 steht bei 41 Toren. Ein Spiel hat Janko noch Zeit, sie zu brechen - am 31. Mai zu Hause gegen Altach.

Letzte Spannung fehlte
Beim 0:2 am Donnerstag gegen Sturm Graz war das Konzept der Salzburger, fast in allen Aktionen ihren Goalgetter zu suchen, allerdings nicht aufgegangen. "Wir waren ein bisschen zu leicht auszurechnen, Sturm hat mich einfach zugedeckt, das wird im letzten Match anders laufen", versprach Janko, der nach Fixierung des Meistertitels zudem einen leichten Konzentrationsverlust ortete. "Die letzte Spannung hat etwas gefehlt. Wenn man schon Meister ist, dann ist die Luft ein wenig draußen", sagte Janko.

Groß ist die Vorfreude auf die Meisterfeier am Sonntag in einer Woche, am Tag danach sollte der Stürmer bereits zur Vorbereitung des Nationalteams auf das Länderspiel in Serbien (6. Juni) in Bad Tatzmannsdorf einrücken - sofern ihn Teamchef Dietmar Constantini nach der Absage gegen Rumänien wieder einberuft. Janko geht davon aus, falsche Hoffnungen auf eine erfolgreiche WM-Quali wollte er aber trotz theoretischer Chancen nicht mehr schüren.

"Ich würde nicht sagen, dass wir um unseren Chancen in der WM-Quali spielen. Das wäre falsch. Wichtiger ist es, dass wir probieren, eine Mannschaft zu finden", betonte Janko. Ex-Kapitän Andreas Ivanschitz dürfte darin vorerst keine Rolle spielen. Die jüngste Kritik seines ausgebooteten Freundes an Constantini wollte Janko zwar nicht überbewerten, gab aber zu bedenken: "Wenn man als Spieler das Gefühl hat, dass nicht oder zu wenig mit einem geredet wird, ist das natürlich schlecht."

(apa/red)

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