Marat Safin quält sich nicht mehr weiter:
Russe hatte seinen letzten Auftritt in Paris

Niederlage in zweiter Runde nach 4:33 Stunden Russe beendet zu Saisonende seine Tennis-Karriere

Marat Safin quält sich nicht mehr weiter:
Russe hatte seinen letzten Auftritt in Paris © Bild: Reuters/Safin

Nach 4:33 Stunden ist es vorbei gewesen. Das bisher längste Match der French Open 2009 - und das letzte Single von Marat Safin in Roland Garros. Wenn der Russe am 27. Jänner 30 wird, dann steht sein Schläger bereits für immer im Eck. Der Bruder der Weltranglisten-Führenden Dinara Safina verabschiedete sich in der zweiten Runde mit einer bitteren 6:7(2),6:7(4),6:4,6:3,8:10-Niederlage gegen den unbekannten Franzosen Josselin Ouanna (ATP-Nr. 134). Wie zuvor an diesem Tag bereits Fabrice Santoro, sagte auch Safin Adieu zu den Pariser Fans.

Es war ein bitteres Adieu, aber ohne viel Emotionen oder Tränen. "Ich habe kein Herz in den Sand gezeichnet, ich habe mich nicht hingelegt und geweint - das bin einfach nicht ich. Es ist eine schreckliche Art die French Open zu beenden, aber egal", meinte Safin in seiner Pressekonferenz.

Zwei Grand-Slam-Siege
Bis zum Ende dieses Jahres will er noch weiter spielen, aber dann ist unwiderruflich Schluss. Der frühere Weltranglisten-Erste, der die US Open 2000 und die Australian Open 2005 gewonnen hat, kam auf dem Sand von Roland Garros nie weiter als ins Halbfinale (2002). Sein letzter großer Grand-Slam-Erfolg war bisher das Halbfinale in Wimbledon im Vorjahr.

Überlegen wird er es sich nicht mehr. "Nein, nein. Ich habe bereits darüber nachgedacht. Ich habe genug. Großartige Jahre, aber es ist einfach Zeit, etwas anderes zu machen. Ich bin glücklich wie ich in den Jahren gespielt habe, unglücklicherweise haben mich Verletzungen zur falschen Zeit aufgehalten", meinte Safin.

Raus aus dem Zirkus
Als ein Journalist fragte, ob es stimme, dass er vorhabe, zu malen, war er belustigt. "Was, du bist verrückt. Ich würde lieber weiter Tennis spielen als zu malen, glaub mir." Safin weiß noch nicht wirklich, was er nach Karriere-Ende tun will. "Als Erstes muss ich jetzt einmal raus aus diesem Tennis-Zirkus, um überhaupt zu verstehen, was in meinem Leben passiert, weil ist es ja nur 24 Stunden Tennis. Und das macht mich fertig."

Ein wenig erinnerte er da an Maria Scharapowa, die befragt wurde, was sie denn in ihrer langen Verletzungs-Auszeit am meisten überrascht hatte: "Dass ein normales Leben überhaupt existiert! So verrückt es auch klingt, man realisiert, dass man ein Zuhause hat, eine großartige Familie und Freunde." Und danach sehnt sich wohl auch ein Marat Safin.
(apa/red)