Maradona-Debüt und der ewige Klassiker:
"Hand Gottes" in Schottland auf Trainerbank

Soll die Argentinier in Glasgow zum Sieg führen Schlagerspiel: Deutschland trifft in Berlin auf England

Maradona-Debüt und der ewige Klassiker:
"Hand Gottes" in Schottland auf Trainerbank © Bild: Reuters

Der letzte große Länderspiel-Tag des Jahres wartet heute mit 22 freundschaftlichen Partien und einem Treffen um Punkte für die WM-Qualifikation auf. Die internationalen Blicke sind dabei auf Glasgow, wo Diego Armando Maradona sein Debüt als argentinischer Teamchef gibt, und auf Berlin gerichtet, wo der Fußball-Klassiker Deutschland gegen England steigt.

Mit Maradona soll der Erfolg zu den "Gauchos", die zuletzt von acht Spielen nur eines gewonnen haben, zurückkehren. "Das ist ein Neustart und ich bin gekommen, um meine Unterstützung und meine Erfahrung ins Nationalteam einzubringen", sagte der "Messias" vor seiner Premiere gegen die Schotten im Hampden Park. Und er hofft natürlich, dass sein Debüt genauso ausfällt wie einst ein schottisches Erlebnis als Spieler.

Schlüsselspieler fehlen
Der einstige Superstar hatte seine Heimat im Februar 1979 zu einem 3:1-Triumph über die Schotten geführt und dabei geglänzt. Der 48-Jährige, der das Erbe von Alfio Basile angetreten hat, muss in Glasgow aber mit Lionel Messi und Juan Roman Riquelme auf zwei Schlüsselspieler verzichten. "Wir suchen nach Alternativen und wir haben sie", sagt Maradona, der dabei an Daniel Montenegro und Carlos Tevez denkt.

Während des ersten Trainings war aber jemand anderer der Held des Tages. Ein schottischer Ballbub namens Adam Brown wurde von Maradona herzlich umarmt, nachdem dieser im Gras das verlorene Kruzifix samt Ketterl des Argentiniers wieder gefunden hatte. Ein Dutzend Ballbuben hatte sich an der Suche nach dem verlorenen Gegenstand beteiligt, wobei die Burschen den Rasen ähnlich wie Polizisten in Formation "abgegrast" hatten.

Deutschland gegen England
In Berlin steht im 31. Duell Deutschland gegen England für Joachim Löw nicht so sehr das Resultat ("möchte ich nicht über alles stellen"), sondern viel mehr der Testzweck im Mittelpunkt. "Einige Akteure werden eine Hälfte ihre Chance bekommen. Dazu sind solche Spiele da. Gerade gegen starke Gegner möchte ich sehen, wie ich mit dem einen oder anderen planen kann, in der Qualifikation oder für die WM", sagte der Coach des EM-Zweiten.

Der frühere Tirol- und Austria-Trainer, der seinen 25. Sieg als deutscher Teamchef feiern könnte, hat Kapitän Ballack sowie Frings und Lahm etc. nicht, dafür aber mit den beiden Hoffenheimern Marvin Compper und Tobias Weis sowie dem Wolfsburger Marcel Schäfer drei echte Neulinge dabei. Der Bremer Torhüter Tim Wiese, schon mehrmals nominiert, ist auch noch ohne Einsatz. Auch Löws Kollege Fabio Capello hat nach etlichen Absagen (Rooney, Gerrard, Lampard, Ferdinand, J. Cole, A. Cole, Heskey) Gelegenheit zum Probieren.

Angesichts der Ausfälle - nur vier Mann vom Stammpersonal dabei - forderte die Boulevard-Zeitung "The Sun" (Dienstag-Ausgabe) in einer ironischen Annonce, dass sich Interessenten für einen Einsatz beim englischen Verband melden sollen. Capello nutzte die Absagenflut zu einer Machtdemonstration, indem er Gerrard und Lampard ins Teamquartier einrücken ließ, um dann die Befunde zu bestätigen. Die Presse gab dem Italiener recht. "Capello hat zwei Spieler für Berlin verloren, aber - entscheidend - nicht sein Gesicht", schrieb "The Times".

Spanier ersatzgeschwächt
Der ersatzgeschwächte Europameister Spanien hat in Villarreal Chile zu Gast. Die Iberer, die nun von Vicente del Bosque betreut werden, sind seit November 2006 in 27 Länderspielen ungeschlagen. Die jüngste Niederlage (0:1) setzte es damals in Cadiz in aller "Freundschaft" gegen Rumänien.

In Piräus gegen Ex-Europameister Griechenland könnte Marcello Lippi sogar einen Weltrekord egalisieren. Gelingt dem italienischen Teamchef mit der Squadra Azzurra zumindest ein Remis, dann wäre er zum 31. Mal en suite ungeschlagen. Das haben bisher nur Basile mit Argentinien (Februar 1991 bis August 1993) und Javier Clemente mit Spanien (September 1994 bis Jänner 1998) geschafft. In seiner Heimat liegt Lippi schon jetzt mit dem "Rekordler" Vittorio Pozzo, dem WM-Trainer von 1934 und 1938, gleichauf.

Von der Österreich-Gruppe in der WM-Qualifikation nützen vier von sechs Mannschaften - nur der Tabellenzweite Litauen und Schlusslicht Färöer schauen zu - den Test-Mittwoch. Neben Österreich (in Wien gegen Türkei) spielen noch Frankreich (in Paris gegen Uruguay), Rumänien (in Bukarest gegen Georgien) und Serbien (in Belgrad gegen Bulgarien).

(apa/red)