ManU im Rückspiel vor "g'mahter Wies'n":
Schalke will guten Eindruck hinterlassen

Alex Ferguson kündigt "kräftige Personalrotation" an Rekordtorschütze Raul vor wohl letztem CL-Auftritt

ManU im Rückspiel vor "g'mahter Wies'n":
Schalke will guten Eindruck hinterlassen © Bild: Reuters/Domanski

Der Kampf um den englischen Meistertitel hat neue Spannung erhalten. Lachender Dritter des Duells zwischen Manchester United und Titelverteidiger Chelsea, der nur noch drei Punkte zurückliegt, könnte der FC Schalke 04 werden. Denn vor dem Heimspiel der Premier League am Sonntag gegen die Londoner plagen Coach Alex Ferguson andere Sorgen als das Halbfinal-Rückspiel zur Champions League heute (20.45 Uhr/live im NEWS.at-Ticker), das ManUnited gegen die "Königsblauen" mit einem 2:0-Vorsprung beginnt.

Mit der vermeintlichen Gewissheit des fünften Einzugs ins Endspiel der Champions League, das heuer am 28. Mai im Londoner Wembley-Stadion über die Bühne gehen wird, kündigte der Schotte für das zweite Treffen mit dem deutschen Vizemeister in Old Trafford eine kräftige Personalrotation an. "Wir müssen uns neu sortieren, es wird auf jeden Fall Änderungen geben", sagte der 69-Jährige. Demnach sollen frische Spieler wie Paul Scholes, Dimitar Berbatow oder Michael Owen in der Startelf stehen.

Auch Ryan Giggs, der im Hinspiel mit 37 Jahren und 148 Tagen als ältester Torschütze in die CL-Historie einging und beim 0:1 gegen Arsenal am Wochenende fehlte, wird in die Elf zurückkehren. In der Abwehr wird Ferguson aber "wahrscheinlich" nicht auf seine Routiniers verzichten. Trotzdem scheint sich der Feldherr keine allzu großen Gedanken über ein königsblaues Wunder im "Theatre of Dreams" zu machen. "Wir werden bereit sein", prophezeite der 69-Jährige, obwohl erst kürzlich ein ähnliches Experiment daneben gegangen war.

Evra warnt
Im FA-Cup-Halbfinale vor drei Wochen gegen den Stadtrivalen City war United mit mehreren "Reservisten" angetreten und verlor prompt 0:1. Vorsichtiger als sein Chef gab sich da schon ManUnited-Verteidiger Patrice Evra. "Im Fußball kannst du dir nie sicher sein. Ich erinnere mich an 2004, als ich mit AS Monaco im Bernabeu gegen Real 2:4 verlor, aber durch ein 3:1 daheim den Aufstieg ins Semifinale schaffte", erzählte der Franzose aus eigener Erfahrung.

Vor dem zweiten EC-Duell mit dem deutschen CL-Halbfinal-Debütanten spricht die Statistik aber eindeutig für die Engländer. Wenn sie auswärts gewonnen haben, sind sie bisher immer weiter gekommen - und das war 14 Mal der Fall. ManUnited, das vor dem dritten Finaleinzug innerhalb von vier Jahren steht, hat außerdem nur eines seiner jüngsten 31 Heimspiele in der "Königsklasse" verloren.

Neue Heldentaten von Neuer nötig
Und was darf man von Schalke erwarten? "Es sind noch 90 Minuten zu spielen, und wir haben noch nicht aufgegeben. Wir wissen, dass es schwierig wird, aber wir wollen zumindest einen guten Eindruck hinterlassen", sagte Raul, der mit 71 Toren in 143 Spielen der erfolgreichste Schütze der Champions League ist, vor seinem vielleicht letzten Auftritt in der "Meisterklasse". "Wir müssen viel kompakter stehen und aggressiver als im ersten Spiel sein", appellierte Innenverteidiger Christoph Metzelder an seine Kollegen. Zu denen zählt vielleicht auch wieder der verletzt gewesene Defensivmann Benedikt Höwedes (Bauchmuskelzerrung), der im Hinspiel schmerzlich vermisst worden war, aber den Flug auf die Insel mitmachte.

Schalke braucht in Manchester nicht nur Höwedes, sondern auch wieder eine solche Weltklasse-Leistung, wie sie Torhüter Manuel Neuer mit Glanzparaden im Hinspiel zeigte. Und die Gäste benötigen außerdem eine ähnliche Sternstunde wie vor vier Wochen im San Siro, wo sie im Viertelfinale Titelverteidiger Inter Mailand mit einem 5:2-Triumph demütigten. Vergleiche lässt S04-Feldherr Ralf Rangnick aber nicht zu. "Die Mailänder sind von den Einzelspielern her vielleicht ähnlich gut besetzt, aber als Mannschaft haben sie längst nicht Manchesters Niveau. Wir wissen, dass wir Außenseiter sind, das waren wir gegen Inter auch, in der Rolle fühlen wir uns wohl. Wir wollen aus dieser Situation das Beste machen", sagte der 52-Jährige.

(apa/red)