Manninger kehrt ins Nationalteam zurück: "Hicke" gibt Italien-Legionär neue Chance

Macho mit K'lautern im Stress. Manninger "Ersatz" Salmutter gegen Trinidad und Tobago vor Debüt

Teamchef Josef Hickersberger hat im Rahmen der Bekanntgabe des Kaders für das freundschaftliche Länderspiel gegen Trinidad und Tobago mit einigen kleinen Überraschungen aufgewartet. Für Jürgen Macho wurde Siena-Legionär Alexander Manninger einberufen, der am 13. Oktober 2004 unter dem damaligen Teamchef Hans Krankl in Nordirland (3:3) zum bisher letzten Mal das Tor der Nationalmannschaft gehütet hatte.

Die Begründung für diesen auf den ersten Blick überraschenden Schritt lieferte "Hicke" gleich mit. Macho absolviert mit dem deutschen Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern zwei Tage vor und zwei Tage nach dem Duell mit Trinidad und Tobago (15. November in Wien) jeweils ein Meisterschaftsspiel. Am Montag gastieren die Pfälzer bei Greuther Fürth, am Freitag reisen die "Roten Teufel" zu den Kickers Offenbach. Außerdem verfüge Kaiserslautern laut Hickersberger mit Florian Fromlowitz über einen ambitionierten Ersatztorhüter.

"Silencio Stampa" für Manninger
"Es ist also für alle Beteiligten das Beste", erklärte der ÖFB-Teamchef, der die Entscheidung nach Telefonaten mit Macho und FCK-Trainer Wolfgang Wolf getroffen hatte und betonte: "Macho hat zuletzt beim 2:1 über die Schweiz großartig gehalten." Team-Rückkehrer Manninger, der auf jeden Fall zum Einsatz kommen wird, hatte Hickersberger unter anderem beim 0:0 Sienas beim AC Milan überzeugt, das dieser live in San Siro verfolgte. "Da hat er eine unglaubliche Leistung geboten", erläuterte Hickersberger, der dem von Red Bull Salzburg zu Siena abgewanderten Keeper ein "Silencio Stampa" verordnete.

"Er wird gegenüber den Medien nur Statements abgeben, wenn er mit mir bei der Pressekonferenz sitzt", erklärte Hickersberger. "Ich will ihm damit ständige Fragen über die Vergangenheit, zu Fehlern, die er bei Salzburg gemacht hat, ersparen." Neben Macho und den Verletzten Thomas Prager, Markus Weissenberger und Hannes Eder wird im Vergleich zum Schweiz-Spiel auch der Mattersburger Michael Mörz fehlen, der wegen seiner Roten Karte gegen Salzburg aus disziplinären Gründen nicht im Kader aufscheint. Mörz hatte Hickersberger mit Provokationen gegenüber dem Schiedsrichter und dem anschließenden TV-Interview verärgert.

"Wenn man schon so eine Rote Karte nach dem Abpfiff bekommt, kann man dann nicht sagen, dass einem das egal ist. Das ist gegenüber dem Verein und dem Trainer unverantwortlich", erklärte der Teamchef die Nichtberücksichtigung des Mittelfeldspielers. Auf Veli Kavlak (Rapid) verzichtete Hickersberger nach Rücksprache mit Trainer Peter Pacult, da er "in letzter Zeit sehr viel gespielt hat".

Salmutter vor Debüt
Zu einem Debüt im Nationalteam könnte hingegen Sturm Graz-Akteur Klaus Salmutter kommen. Der Grazer war bereits einmal im Kader, kam beim 1:4 im Mai gegen Kroatien aber nicht zum Einsatz. Jüngster Spieler der ÖFB-Truppe ist allerdings nicht Salmutter, sondern Zlatko Junuzovic vom GAK (19), Mannschafts-"Opa" ist Rapid-Verteidiger Martin Hiden (33), der das Durchschnittsalter des Kaders auf 25,5 Jahre hebt.

Außer Manninger finden sich mit Kapitän Ivanschitz (Panathinaikos Athen), Akagündüz (Kayserispor), Garics (Napoli), Kuljic (Sion), Linz (Boavista Porto) und Stranzl (Spartak Moskau) noch sechs weitere Legionäre im Aufgebot. Besonders vom Sturm-Duo Kuljic/Linz erhofft sich Hickersberger das, was "ein Ibrahimovic mit Schweden bei der WM nicht geschafft hat", nämlich Trinidad und Tobago ein Tor zu erzielen.

"Ich erwarte von meiner Mannschaft ein gutes Fußball-Spiel. Wir wollen dort anknüpfen, wo wir gegen die Schweiz begonnen haben", meinte Hickersberger und warnte in Anspielung auf das Färöer-Debakel in seiner ersten Teamchef-Ära augenzwinkernd: "Trinidad und Tobago, das ist nicht nur eine Insel, das sind gleich zwei Inseln. Daher: Doppelt gefährlich!"

ÖFB-TEAM-KADER:

Tor: Alexander Manninger (SC Siena/18 Länderspiele), Helge Payer (Rapid Wien/11), Andreas Schranz (Liebherr GAK/6)

Abwehr: Johannes Ertl (Austria Magna/4/0 Tore), Ferdinand Feldhofer (Wacker Tirol/11/0), Christian Fuchs (SV Mattersburg/3/0), Martin Hiden (Rapid Wien/36/1), Joachim Standfest (GAK/15/1), Martin Stranzl (Spartak Moskau (34/2)

Mittelfeld: Rene Aufhauser (Red Bull Salzburg/35/5), György Garics (SSC Napoli/2/1), Andreas Ivanschitz (Panathinaikos Athen/25/3), Christoph Leitgeb (Puntigamer Sturm Graz/6/0), Zlatko Junuzovic (GAK/3/0), Yüksel Sariyar (Superfund Pasching/3/1), Klaus Salmutter (Sturm Graz/0)

Angriff: Muhammet Akagündüz (Kayserispor/8/1), Sanel Kuljic (FC Sion/7/2), Roland Linz (Boavista Porto/19/5)

Auf Abruf: Ramazan Özcan (Red Bull Salzburg/0) - Ernst Dospel (Sturm Graz/19/0), Andreas Lasnik (Austria Magna/1/0), Gernot Plassnegger (Rapid Wien/1/0)

(apa/red)