Mann verbrannte seine Schwiegereltern:
Prozess endete vorläufig ohne Urteil

Geschworene haben auf Totschlag entschieden Täter: "Mir ist momentan das Fass übergegangen"

Mann verbrannte seine Schwiegereltern:
Prozess endete vorläufig ohne Urteil © Bild: APA

Der Prozess gegen jenen Oststeirer, der im vergangenen Herbst seine Schwiegereltern getötet hatte, endete im Grazer Straflandesgericht ohne Urteil. Weil die Geschworenen befanden, dass es sich bei der Tat nur um Totschlag, nicht aber um Mord gehandelt habe, setzte der Richter das Urteil aus. Nun muss das Oberlandesgericht entscheiden, wie es weitergeht.

In seinem Eröffnungsvortrag sprach der Staatsanwalt davon, dass der 49-jährige Oststeirer bis zu der Tat am 3. Oktober des Vorjahres ein "vorbildliches Leben" geführt habe. Er habe die Schwiegermutter, die nach einer beidseitigen Beinamputation bettlägerig war, gepflegt, nachdem die beiden alten Leute den Besitz ihm und seiner Frau überschrieben hatten. Gegen den Schwiegervater habe sich allerdings durch dauernden Streit und Nörgeleien Hass aufgestaut, so Ankläger Ewald Hörzer.

Schwiegereltern mit Flammenwerfer getötet
Der 49-Jährige hatte eine Propangasflasche zum Flammenwerfer umfunktioniert und damit die beiden 84-Jährigen getötet. Ein anschließender Selbstmordversuch misslang. "Es war eine Kurzschlusshandlung", erklärte der Angeklagte die Tat. Der Beschuldigte schilderte, dass ihm an diesem Tag bereits auf der Heimfahrt von der Arbeit die Idee zu der Tat gekommen war. Zu Hause versorgte er zunächst die alte Frau. "Kaum hab' ich mich hingesetzt, wollte er schon wieder was", schilderte er die dauernde Beanspruchung durch den Schwiegervater. Auch diesmal entzündete sich aus nichtigem Anlass ein Streit. "Mir ist momentan das Fass übergegangen", beschrieb der Oststeirer. "Ich wollte uns alle drei erlösen", meinte er.

Der psychiatrische Sachverständige billigte dem Angeklagten in seinem Gutachten eine Affekthandlung zu. Darauf stützte sich die Forderung des Verteidigers, der für eine Verurteilung wegen Totschlags plädierte.
(apa/red)