Manipulation von Aktienoptionen: Skandal zieht in den USA immer weitere Kreise

UnitedHealth-Chef tritt nach Prüfung zurück

Der Skandal um die Manipulation von Aktienoptionen in den USA zieht immer weitere Kreise und führt nun auch zum Rücktritt des langjährigen Chefs des US-Versicherers UnitedHealth, William McGuire. Der unerwartete Schritt von McGuire folgte auf eine Erklärung des Unternehmens vom Sonntag, in der mitgeteilt wurde, man Hinweise auf die Rückdatierung von Aktienoptionen gefunden.

McGuire stand United Health seit 1991 vor und hat das Unternehmen zu einem der größten Versicherer des Landes geformt. Seine eigenen Aktienoptionen haben sich den Angaben zufolge per Ende 2005 auf 1,6 Milliarden Dollar (1,275 Mrd. Euro) aufsummiert.

Eine Untersuchung habe ergeben, dass "viele" der 29 zwischen 1994 bis 2006 ausgestellten Aktienoptionen wohl rückdatiert wurden, hatte UnitedHealth mitgeteilt. Durch eine Rückdatierung kann der Wert der Optionen deutlich gesteigert werden. Eine Rückdatierung ist nicht illegal, aber die Firmen müsse sie ordnungsgemäß in der Bilanz ausweisen - was offenbar nicht immer geschehen ist.

In den USA haben inzwischen rund 120 Unternehmen bekannt gegeben, dass sie das Thema Aktienoptionen im eigenen Hause derzeit intern prüften oder dass Ermittlungen gegen sie liefen. Allein in der vergangenen Woche hatten in dem Zusammenhang die Firmen McAfee, CNET Networks und Monster Worldwide das Ausscheiden führender Manager bekannt gegeben. Vor einigen Tagen hatte auch der US-Computerhersteller Apple erklärt, wahrscheinlich mehrere frühere Finanzberichte revidieren zu müssen. Eine interne Untersuchung habe den Verdacht auf Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Aktienoptionen bestätigt, hatte es geheißen. Wie hoch die finanziellen Auswirkungen seien und über welche Zeiträume neue Berichte erstellt werden müssten, sei noch unklar.

(apa/red)