Malysz überflügelt Rest der Welt: Pole holt auch zweites Springen in Titisee-Neustadt

Rückkehr aufs Stockerl: Schlierenzauer wird Zweiter ÖSV-Team stark: Vier Österreicher unter Top Ten

Adam Malysz war am Wochenende in Titisee-Neustadt der Dominator der Skisprung-Szene. Der 29-jährige Pole kürte sich zum Doppelsieger und feierte die Weltcupsiege 31 und 32. Doch dahinter zeigten die Österreicher mit Rang zwei durch Andreas Kofler und Gregor Schlierenzauer, welch starke Mannschaft der Team-Olympiasieger auch in der WM-Saison aufbieten kann. Und dies, obwohl Doppel-Olympiasieger Thomas Morgenstern und Team-Olympiasieger Martin Koch vorzeitig hatten abreisen müssen.

"Ich bin sehr zufrieden mit der mannschaftlichen Leistung. Das war eindrucksvoll, die Mannschaft hat sich mit Herz präsentiert", freute sich ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner, für den der Sonntag-Bewerb einer der besten Wettkämpfe der Saison war. Nicht nur die Rückkehr des vierfachen Saisonsiegers Schlierenzauer auf das Podest, auch die konstant ansteigende Formkurve des ebenfalls erst 17-jährigen Mario Innauer (5.) gibt Anlass zu Freude. "Der Mario wurde heute als bester nicht vorqualifizierter Springer zum "man of the day" gewählt, das sagt auch schon einiges."

Schlierenzauer hat mit einem ausgezeichneten zweiten Sprung am Samstag wieder seinen alten Sprung-Rhythmus gefunden. "Das war für ihn der Turn-around. Er hat das Ruder herumgerissen, das ist mehr wert als ein ein Sieg." Auch Wolfgang Loitzl (7. und 8.) und Andreas Kofler (2./7.) haben sich für die Nordischen Weltmeisterschaften in knapp drei Wochen empfohlen.

Und eben auch Malysz, der den Sonntagbewerb exakt zwölf Punkte vor Schlierenzauer gewann. Dritter wurde der immer stärker werdende Russe Dmitrij Wassilijew. Der nach dem ersten Durchgang noch zweitplatzierte Mario Innauer fiel zwar auf Platz fünf zurück, sorgte aber für sein bisher bestes Weltcup-Resultat. Andreas Kofler (7.) und Wolfgang Loitzl (8.) komplettierten das ausgezeichnete ÖSV-Ergebnis, Martin Höllwarth landete auf Platz 22. Nur Arthur Pauli (39.) war im Finale der Top 30 nicht dabei.

Die beiden immer noch an einer Gürtelrose leidenden Thomas Morgenstern und Martin Koch waren nach dem Samstagbewerb aus dem Weltcup genommen und nach Österreich gebracht worden. Morgenstern erlitt auf Grund seines geschwächten Immunsystems eine zusätzliche Infektion. Beide Kärntner werden vor der WM keinen Weltcup mehr bestreiten. "Morgenstern ist fix bei der WM dabei, er braucht die zwei Wochen zur Regeneration, damit er auch die Flugstrapazen nach Japan gut übersteht", so Pointner. Auch Koch bleibt für die WM ein Thema, doch es wird auch von den Leistungen der anderen Springer sowie seiner gesundheitlichen Entwicklung abhängen. Das Team für Sapporo wird Pointner erst nach Willingen in einer Woche nominieren.

Für die Bewerbe in Klingenthal hat Pointner durch den Ausfall der beiden Kärntner nun überraschend Andreas Widhölzl aus seiner "Auszeit" zurückgeholt. "Er hat jetzt eine Woche Abstand gehabt, war Skifahren. Er kann die Bewerbe ganz ruhig bestreiten." Laut Pointner bleibt das Kapitel WM für "Swider" aber geschlossen, egal wie gut er in den drei Bewerben auch springt.

Morgenstern und Koch werden in den nächsten beiden Tagen auf Herz und Nieren überprüft, während sich ihre Mannschaftskollegen auf den Weg nach Klingenthal begeben.

Endklassement Titisee-Neustadt II:
1. Adam Malysz POL 257,7 (129,5/134,5)
2. Gregor Schlierenzauer AUT 245,7 (128,5/130,5)
3. Dmitrij Wassilijew RUS 242,4 (125,0/133,0)
4. Anders Jacobsen NOR 242,1 (127,0/130,0)
5. Mario Innauer AUT 241,7 (129,0/127,5)
6. Simon Ammann SUI 235,7 (122,0/132,0)
7. Andreas Kofler AUT 234,0 (123,0/129,5)
8. Wolfgang Loitzl AUT 233,1 (125,0/127,0)
9. Michael Uhrmann GER 230,3 (125,0/126,0)
10. Andreas Küttel SUI 224,0 (122,0/125,5)
11. Roar Ljökelsöy NOR 222,5 (123,0/124,5)
12. Sigurd Pettersen NOR 221,9 (124,5/123,5)
13. Janne Happonen FIN 221,0 (120,0/127,5)
14. Anders Bardal NOR 217,4 (123,5/122,0)
15. Noriaki Kasai JPN 217,1 (125,0/119,5)
16. Denis Kornilow RUS 215,1 (120,0/124,5)
17. Jakub Janda CZE 213,5 (119,0/123,5)
18. Roman Koudelka CZE 213,3 (121,0/122,5)
19. Piotr Zyla POL 211,2 (119,5/124,5)
20. Jussi Hautamäki FIN 210,6 (120,0/122,0)
21. Tom Hilde NOR 209,6 (121,5/120,5)
22. Martin Höllwarth AUT 208,8 (117,0/124,0)
23. Dmitrij Ipatow RUS 208,7 (120,0/121,5)
24. Jörg Ritzerfeld GER 207,5 (119,5/120,5)
25. Kevin Horlacher GER 196,3 (120,0/116,0)
26. Stefan Read CAN 194,1 (119,5/115,0)
27. Henning Stensrud NOR 194,0 (117,0/118,0)
28. Jure Sinkovec SLO 186,5 (119,5/110,5)
29. Ilja Rosljakow RUS 183,2 (116,5/112,5)
30. Daiki Ito JPN 180,0 (118,0/112,0)
weiter:
39. Arthur Pauli AUT 90,2 (114,0)
WELTCUP - GESAMT (15):
1. Anders Jacobsen NOR 987
2. Gregor Schlierenzauer AUT 801
3. Adam Malysz POL 757
4. Simon Ammann SUI 676
5. Andreas Küttel SUI 617
6. Thomas Morgenstern AUT 570
7. Arttu Lappi FIN 452
8. Dmitrij Wassilijew RUS 402
9. Michael Uhrmann GER 399
10. Andreas Kofler AUT 350
11. Janne Ahonen FIN 344
12. Matti Hautamäki FIN 342
13. Wolfgang Loitzl AUT 267
14. Martin Koch AUT 245
15. Martin Höllwarth AUT 210
weiter:
22. Mario Innauer AUT 141
31. Andreas Widhölzl AUT 78
35. Arthur Pauli AUT 58
39. Manuel Fettner AUT 48
48. Balthasar Schneider AUT 29
68. Stefan Thurnbichler AUT 7
81. Florian Liegl AUT 2
NATIONENCUP: (15)
1. Österreich 2.806
2. Norwegen 1.765
3. Finnland 1.528
4. Schweiz 1.363
5. Deutschland 883
6. Polen 877
7. Russland 640
8. Tschechien 320
9. Slowenien 318
10. Japan 114

(apa/red)