Terrorismus von

Geiselnahme in Hotel
in Mali: Mehrere Tote

Auch westliche Gäste waren in dem Hotel untergebracht

Geiselnahme mit Toten in Hotel in Mali
© Bild: APA/EPA/Alex Duval Smith

Bei einer Geiselnahme in einem Hotel in Mali sind am Freitag mindestens acht Menschen getötet worden. Unter den Toten in dem bei westlichen Ausländern beliebten Hotel in Sevare seien drei Soldaten und ein Mann mit heller Haut, verlautete aus Militärkreisen. Zudem seien zwei Angreifer, darunter ein Mann mit einem Sprengstoffgürtel, getötet worden.

Die Armee riegelte die Umgebung ab, das Geiseldrama dauerte am Abend weiter an. Nach den Angaben aus Militärkreisen stürmten die Angreifer das Hotel "Le Byblos" am Freitagmorgen. Anschließend habe es Schusswechsel zwischen den Angreifern und der Armee gegeben. Vor dem Hotel würden neben einem ausgebrannten Kleinbus drei Tote liegen, darunter ein Weißer. Wer hinter dem Angriff steckte war unklar. Sevare liegt nahe der Regionalhauptstadt Mopti im Zentrum Malis, etwa 620 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako.

Sollten westliche Hotelgäste entführt werden?

Nach Einschätzung von Soldaten und Einwohnern war es womöglich ein Versuch, westliche Hotelgäste zu entführen. Armeekreisen zufolge waren mindestens fünf Ausländer als Gäste in dem Hotel registriert: drei Südafrikaner, ein Franzose und ein Ukrainer. Ein Einwohner von Sevare sagte per Telefon, die Angreifer hätten versucht, westliche Ausländer zu entführen, dies sei aber nicht geglückt. Daraufhin hätten sich die Angreifer im Hotel verschanzt.

Das ukrainische Außenministerium bestätigte, dass ein Ukrainer unter den Geiseln sei. Das südafrikanische Außenministerium erklärte lediglich, dass es über die Lage informiert sei. Die Botschaft in Bamako stehe im Kontakt mit den Behörden. Die französische Regierung äußerte sich zunächst nicht. Die russische Botschaft in Bamako erklärte laut der Nachrichtenagentur Interfax, dass womöglich ein Russe in dem Hotel festgehalten werde.

Geiselnahme mit Toten in Hotel in Mali
© APA/EPA/Alex Duval Smith Geiselnahme in Hotel in Mali

Ein örtlicher Abgeordneter sagte, die Geiseln könnten zur UN-Mission in Mali gehören, deren Mitarbeiter regelmäßig in dem Hotel untergebracht seien. Der Angriff ist bereits der dritte in weniger als einer Woche: Bei einem Angriff islamistischer Rebellen auf ein Militärlager nahe Timbuktu waren am Montag elf Soldaten getötet worden. Zwei weitere Soldaten starben am Samstag in einem Hinterhalt bei Nampala im Zentrum des Landes.

Im Frühjahr 2012 hatten Tuareg-Rebellen und islamistische Milizen das Machtvakuum nach einem Militärputsch in Bamako genutzt, um weite Gebiete im Norden des Landes unter ihre Kontrolle zu bringen. Als die Islamisten Anfang 2013 weiter nach Süden vordrangen, griff die französische Armee ein. Binnen weniger Wochen wurden die Islamisten aus den Städten vertrieben. Doch die Milizen bleiben aktiv und verüben regelmäßig Anschläge auf Soldaten und Polizisten.

Der internationale Militäreinsatz wird von der UN-Blauhelmtruppe Minusma geleitet. Im Süden des Landes bildet die Europäische Union malische Soldaten aus. Verteidigungsminister Gerald Klug hat erst in der Vorwoche die acht österreichischen Soldaten bei der EU-Mission in der malischen Hauptstadt Bamako besucht.

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